Freitag, 9. Januar 2026

Spannend, emotional und düster

Bitten

Jordan Stephanie Gray (Autor*in) 

  • Altersempfehlung: ab 16 Jahren
  • ISBN: 978-3-7363-2471-8
  • Erscheinungstermin: 30.09.2025
  • Seiten: 592
  • Verlag: LYX

Covertext

Als Vanessa Hart von einem Wolfsrudel angegriffen wird, ist ihr Leben nicht mehr dasselbe: Ihre beste Freundin überlebt den Angriff nicht, und Vanessa wird schwer verletzt an einen magischen Hof der Werwölfe gebracht. Doch statt ihren Verletzungen zu erliegen, geschieht das Unglaubliche: Vanessa verwandelt sich selbst in eine Werwölfin! Um sich mit ihren neu gewonnen Kräften vertraut zu machen, wird ihr der charmante Prinz Sinclair zur Seite gestellt. Und zwischen langen Unterrichtsstunden an der Werwolf-Academy und der Suche nach dem Mörder ihrer Freundin, kommen die beiden sich immer näher. Aber auf Sinclairs Schultern lastet die Zukunft eines gesamten Königreichs. Und niemals darf er sich auf eine Gebissene einlassen ...

Rezension 

„Bitten“ von Jordan Stephanie Gray ist der Auftakt einer düsteren Romantasy-Dilogie und hat mich richtig gepackt. Eigentlich wollte Vanessa nur mit ihrer besten Freundin feiern gehen – doch nach einem brutalen Wolfsangriff ist alles anders. Celeste stirbt, und Vanessa wird selbst zu einer Werwölfin. Am Hof der Wolf Queen muss sie lernen, mit ihrer neuen Identität, ihrer Trauer und einer völlig fremden Welt klarzukommen.

Der Einstieg war sofort spannend, emotional und düster. Ich war direkt drin und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Besonders das Academy-Setting hat mir gefallen: der Unterricht, die Regeln, die Hierarchien unter den Wölfen – alles wirkt durchdacht und atmosphärisch. Vanessa handelt oft impulsiv und manchmal auch naiv, was mich stellenweise genervt hat, aber gleichzeitig konnte ich ihr Verhalten total nachvollziehen. Sie hat gerade alles verloren und wird in ein Leben gezwungen, das sie sich nie ausgesucht hat.

Sinclair und Calix sind beide super spannende Charaktere. Sinclair wirkt kontrolliert und pflichtbewusst, während Calix geheimnisvoll und dunkler ist. Auch wenn die Liebesgeschichte teilweise vorhersehbar war, mochte ich die Dynamik zwischen den Figuren sehr. Besonders Vanessas Suche nach dem Mörder ihrer Freundin hat viel Spannung erzeugt und das Ende hat mich komplett überrascht.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, die Welt der Werwölfe richtig faszinierend. „Bitten“ hat vielleicht ein bisschen gebraucht, um mich ganz abzuholen, aber am Ende war ich total invested. Ich kann es kaum erwarten, den zweiten Band zu lesen! 🐺✨📚

Für Euch gelesen und rezensiert

Kitty Myst

Mittwoch, 7. Januar 2026

Interessante Fakten rund um Obst, Gemüse und Gewürze

Weißt du, wo der Pfeffer wächst?

Jonna Struwe / Lisa Rammensee

  • Altersempfehlung: ab 5 Jahren
  • ISBN: 978-3423765909
  • Erscheinungstermin: 16.10.2025
  • Seiten: 64
  • Verlag: dtv

Covertext

Pfeffer steht in jeder Küche. Aber wusstest du, dass Pfefferkörner Beeren sind? Und dass es sich bei rotem, grünen und schwarzen Pfeffer um dieselbe Beere handelt? Wie das sein kann und warum eine Erdnuss keine Nuss und Rhabarber Gemüse ist, das erzählt dieses ABC. Darüber hinaus erfährst du in diesem Buch erstaunliche Fakten rund um das Wachstum, die Herkunft und die Superkräfte verschiedener essbarer Pflanzen – von Ananas bis Zimt.

Rezension  

Den Ausspruch „dort, wo der Pfeffer wächst“ kennt wahrscheinlich jedes Kind. Doch wo wächst er eigentlich? Diese und viele weitere interessante Fakten rund um Obst, Gemüse und Gewürze liefert das Sachbuch „Weißt du, wo der Pfeffer wächst?“.

Zu jedem Buchstaben des Alphabets hat Autorin Joanna Struwe eine Pflanze aus einer der genannten Kategorien ausgewählt und bietet dazu in verständlichen Texten spannende Informationen. Dabei begegnen den Lesenden nicht nur bekannte, sondern auch durchaus exotische Obst-, Gemüse- und Gewürzpflanzen aus aller Welt. Und wer sich einige davon merkt, hat beim nächsten „Stadt, Land, Fluss“-Spiel gute Chancen – denn nicht nur Kinder können hier ihr Wissen erweitern.

Von der Ananas, die genau genommen eine Beere ist, über die Superwurzel Ingwer bis hin zu Rhabarber (Stängelgemüse, kein Obst!) und Zimt gibt es viel zu entdecken. Zunächst erfahren wir Grundlegendes über Obst, Gemüse und Gewürze im Allgemeinen, bevor auf jeweils einer Doppelseite eine ausgewählte Pflanze näher vorgestellt wird. Neben dem Namen findet sich hier zunächst eine kleine Weltkarte, mit deren Hilfe sich die Hauptanbaugebiete lokalisieren lassen. So entsteht ein Gespür dafür, dass manche Lebensmittel einen weiten Weg zu uns zurücklegen.

Mithilfe flüssig formulierter Sätze, die sich teilweise direkt an die Lesenden wenden und dadurch besonders einladend wirken, wird Wissen kurzweilig vermittelt, ohne mit trockenen Fakten zu überfrachten. Inhaltlich erfahren wir Wichtiges zum Ursprung und Vorkommen der jeweiligen Pflanze, zu Anbau- und Ernteverfahren, Verarbeitung, Transport, historischen Besonderheiten sowie zur Verwendung in der Küche. Ergänzt werden die längeren und kürzeren Textabschnitte durch gesondert hervorgehobene Zusatzinformationen zur „Superpower“ der Pflanze (zum Beispiel besondere, meist sehr gesunde Inhaltsstoffe) sowie durch die Rubrik „Wusstest du schon…“, die weitere erstaunliche Fakten bereithält.

Die zahlreichen naturgetreuen und detailreichen Illustrationen stammen von Lisa Rammensee. In frischen, leuchtenden Farben passen sie hervorragend zum Text. Sie zeigen die Pflanzen teilweise oder vollständig, rücken Anbau und Ernte in den Fokus und greifen weitere im Text beschriebene Aspekte grafisch auf. Mitunter sind die Zeichnungen beschriftet, um Details zusätzlich zu verdeutlichen. Auch das Cover, das die im Buch vorkommenden Lebensmittel wie in einem Vorrats- oder Ladenregal präsentiert, spricht mich sehr an und macht Lust, im Buch zu blättern.

Neben einem Quiz am Ende lädt bereits der Vorsatz zum Rätseln ein: Einige Früchte und Buchstaben sind in ähnlicher Gestaltung abgebildet, sodass erraten werden kann, was zusammengehört und wie es heißt. Das Buch empfehle ich sehr gern weiter, da ich es für wichtig halte, dass Kinder einen vielfältigen Einblick in Herkunft, Anbau, Ernte und Verwendung der sie umgebenden Lebensmittel erhalten. Gerade durch die übervollen Regale in Supermärkten, aber auch durch Fernreisen, die Kinder teilweise erleben, begegnen sie immer wieder neuen und unbekannten Geschmackserlebnissen.

Durch die Aufklärung über globale Transportwege und mitunter schwierige Anbaubedingungen lernen Kinder, Lebensmittel (hoffentlich) mehr zu schätzen und erkennen, dass in vielen Pflanzen wahre Superkräfte für eine gesunde Ernährung stecken. All dies kann durch das gemeinsame Lesen dieses Buches thematisiert werden, das die ganze Familie zum Staunen bringt. Bereits ab etwa fünf Jahren können Kinder die Texte gut verstehen, wobei vereinzelt zusätzliche Erklärungen von Fachbegriffen durch Erwachsene hilfreich sind. Zum Selbstlesen eignet sich das Sachbuch – je nach Lesekompetenz – ab dem Ende der zweiten Klasse für geübte Leserinnen und Leser.

Für Euch gelesen, zusammengefasst und empfohlen

Berührend und zutiefst emotional

Jetzt und für immer wir drei

Chiara Lorenzoni / Marco Somá

  • Altersempfehlung: ab 6 Jahren
  • ISBN: 978-3968430645
  • Erscheinungstermin: 09.09.2025
  • Seiten: 32
  • Verlag: Carl Auer Kids

Covertext

Olivo und sein Vater sind plötzlich allein, ohne das, was ihnen am wichtigsten ist: Mama. All die Struktur und Schönheit ihres Lebens sind zerbrochen. Nur die beiden sind übrig geblieben.
Sie müssen sich einen neuen Ort aufbauen, um neue Worte zu finden. Und das Gefühl zu haben, trotzdem zu dritt zu sein. Jetzt und für immer.

Rezension  

Das berührende und zutiefst emotionale Bilderbuch „Jetzt und für immer wir drei“ hat mich sehr bewegt. Im Kern geht es um Trauerbewältigung. Diese wird hier in Wort und Bild zart und sensibel, aber dennoch treffend vermittelt, sodass es vor allem die leisen Zwischentöne sind, die die Lesenden mitten ins Herz treffen.

Zu Beginn der Geschichte begegnen wir den beiden Füchsen Olivo und seinem Vater, deren Lebenswelt unserer eigenen angepasst ist. Die beiden leben allein, doch schnell ahnt man, dass dies früher einmal anders war. Dieses „Früher“ wird aus kindlicher Perspektive mit metaphorischen Worten beschrieben und immer wieder mit Szenen aus dem „Jetzt“ verglichen. Dabei geht es um die Zeit vor und nach dem Tod von Olivos Mutter, der im Buch jedoch nicht explizit benannt wird.

Olivos anfängliche Wut und seine Trauer, die in Form vieler trauriger und wütender Worte sowie Handlungen Ausdruck finden, werden einfühlsam beschrieben. Auch die Hilflosigkeit und Behutsamkeit des Vaters, der selbst trauert, werden subtil und bildhaft thematisiert. Im Laufe der Zeit findet der Vater einen Weg, seinem Sohn in der Trauer zu helfen: Immer wenn Wut und Ohnmacht überhandnehmen, soll Olivo Holz sägen. So entstehen nach und nach ansehnliche Stapel, die der Vater heimlich zu einem Baumhaus verarbeitet. Als er Olivo dieses schließlich zeigt, markiert dies einen vorsichtigen Neubeginn für Vater und Sohn. Das Baumhaus wird zu einem Ort für schöne, warme Worte, an dem Olivo lernt, dass die Familie für immer zu dritt bleibt und die Mama einen ewigen Platz im Herzen der beiden haben wird.

Das harmonische Zusammenspiel von Text und Bildern trägt maßgeblich zur besonderen Atmosphäre des Buches bei. Als Lesende spürt man die Emotionen der Figuren sehr deutlich und kann die Entwicklung von einer tiefen Traurigkeit hin zu einer leisen, hoffnungsvollen Stimmung gut nachvollziehen. Chiara Lorenzoni erzählt dabei sehr bildhaft, und das, was im Text unausgesprochen bleibt, bringen die zauberhaften Illustrationen von Marco Somà zum Ausdruck. Seine naturnahen, detailreichen Zeichnungen sind wunderschön anzusehen und vermitteln durch unterschiedliche Farbgebungen und fantasievolle Bildideen vielfältige Emotionen. So regnen Olivos Tränen zunächst wie aus einer Wolke im Zimmer herab, und der Raum wird von einem Fluss durchzogen. Diese Symbolik unterstreicht Olivos Gefühlswelt auf eindrucksvolle Weise.

Ich empfinde dieses Buch als absolut gelungen und wertvoll, wenn es darum geht, Trauer und den Verlust eines Elternteils gemeinsam mit Kindern zu thematisieren. Text und Bilder laden zum Erzählen ein und geben Gefühlen Ausdruck, die betroffene Kinder möglicherweise noch nicht selbst verbalisieren können. Sie lernen, dass Traurigkeit, Wut und Hilflosigkeit, aber auch Akzeptanz und Hoffnung, zur Trauerbewältigung gehören, normal sind und sein dürfen. Für die Trauerarbeit mit Kindern ab etwa sechs Jahren möchte ich dieses Buch von Herzen empfehlen. 💛📚

Für Euch gelesen, zusammengefasst und empfohlen

Für den Einsatz im Kunstunterricht

Selma,du machst das falsch

Tini Malina

  • Altersempfehlung: ab 4 Jahren
  • ISBN: 978-3314107368
  • Erscheinungstermin: 13.08.2025
  • Seiten: 48
  • Verlag: NordSüd

Covertext

Selma ist keine gewöhnliche Spinne. Die meisten Spinnen machen  Netze, um Fliegen zu fangen. Aber Selma ist anders. Sie will die Pracht des Universums einfangen.  
Also macht sie sich auf den Weg ... Für alle, die das Unmögliche wagen wollen. 

Rezension  

Die kleine Spinne Selma ist anders als ihre Verwandten und Freunde. Das erkennt man auf Anhieb an ihrer Kopfbedeckung, vor allem aber an den künstlerischen Netzen, die sie spinnt. Während andere Spinnen ihre Netze weben, um Fliegen zu fangen, verfolgt Selma größere Ziele: Sie möchte die Schönheit und Ästhetik ihrer Umgebung einfangen, ja sogar die der Sterne. Dabei entstehen wunderbare, außergewöhnliche Netze. Dennoch bekommt Selma immer wieder zu hören, dass sie alles falsch mache.

Die kleine Spinne lässt sich davon jedoch nicht beirren. Sie möchte ein entferntes Hochhaus erklimmen, um so nah wie möglich am Himmel ihre Netze zu kreieren. Trotz aller Widerstände macht sie sich auf den Weg, um ihre Träume zu verwirklichen.

Die Intention dieses Bilderbuches ist sehr gelungen und möchte kleine wie große Lesende dazu ermutigen, das Unmögliche zu wagen und an den eigenen Zielen festzuhalten. Zudem wird deutlich: Nur weil jemand etwas anders macht, ist es nicht zwangsläufig falsch, sondern eben anders. Die Umsetzung dieser Leitideen hat mich jedoch etwas ratlos zurückgelassen. Zu Beginn werden die wesentlichen Aspekte der Geschichte in Wort und Bild reduziert, verständlich und ansprechend dargeboten. Als Selma jedoch am Hochhaus empor klettert und schließlich von einem Ufo davongetragen wird, um einsam im All ihre Netze zu spinnen, wurde mir das Geschehen zu abstrakt.

Zwar erreicht Selma damit ihr Ziel und gestaltet ihre Netze im Weltraum, um die Pracht des Universums einzufangen, doch sie ist allein und weit entfernt von ihrem Zuhause. Auch die Idee, dass Selma den Mond und die Sterne umsponnt, wirkt sehr surreal. Dies mag im Auge der Betrachtenden liegen, und grundsätzlich bin ich ein Freund der Fantasie, doch für Kinder ab etwa vier Jahren empfinde ich den Ausgang der Geschichte als schwer nachvollziehbar. Ich habe das Buch mit Kindern im Alter von fünf bis sieben Jahren gelesen, konnte sie inhaltlich jedoch leider nicht überzeugen.

Sehr gut kam hingegen das Cover an, das Selmas kunstvolle Netze auf hellblauem Hintergrund erhaben darstellt und die kleine Spinne mit ihrem roten Hut deutlich ins Zentrum rückt. Die Illustrationen von Tini Malina beschränken sich auf das Wesentliche und zeichnen sich durch den Einsatz von Kontrasten, gedeckten Farben und großen Flächen aus, die von feinen Linien durchbrochen werden. Das gefällt mir sehr gut.

Daher empfehle ich das Buch vor allem für den Einsatz im Kunstunterricht der Grundschule, etwa wenn Kinder eigene, kunstvolle Netze entwerfen und dabei ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. 📚✨

Für Euch gelesen, zusammengefasst und empfohlen

Ein außergewöhnliches und amüsantes Bilderbuch

Aggie und der Geist

Matthew Forsythe
  • Altersempfehlung: ab 4 Jahren
  • ISBN: 978-3964510600
  • Erscheinungstermin: 09.09.2025
  • Seiten: 68
  • Verlag: Rotopol

Covertext

Aggie ist gerne alleine und freut sich darauf, endlich in ihr eigenes Haus einzuziehen – bis sie feststellt, dass dort bereits ein Geist wohnt. Das Zusammenleben läuft mehr schlecht als recht: Ob beim Zähneputzen oder abendlichen Lesen, nirgendwo hat Aggie vor ihrem Mitbewohner ihre Ruhe. Entschlossen versucht sie die Situation mit einer Liste von Regeln zu entschärfen: Kein Spuken nach Sonnenuntergang. Kein Stehlen von Socken. Vorräte aufessen verboten. Doch der Geist hält sich nicht gerne an Regeln und so fordert Aggie ihn zu einer entscheidenden Runde Tic-Tac-Toe heraus – wer gewinnt, bekommt das Haus.

Rezension  

„Aggie und der Geist“ ist inhaltlich ein außergewöhnliches und amüsantes Bilderbuch, das sowohl zum Nachdenken als auch zum Schmunzeln anregt. Wir lernen Aggie kennen, die sich auf das Alleinsein in ihrem eigenen Haus freut. Leider ist sie jedoch nie allein, denn in ihrem Haus wohnt ein Geist. Dieser ist weniger gruselig als vielmehr nervig. Er macht Unordnung und ist ständig in ihrer Nähe.

Aggie reicht es schließlich. Sie stellt Regeln auf, an die sich der Geist halten soll. Doch das interessiert ihn wenig, und er macht weiter wie bisher. Daraufhin liefern sich Aggie und der Geist ein Duell im „Tic-Tac-Toe“-Spiel, bei dem der Sieger das Haus gewinnen soll. Sie spielen so lange, dass sie schließlich vergessen, warum sie überhaupt spielen. Nach einem weiteren Versuch des Zusammenlebens, der erneut scheitert, zieht der Geist schließlich aus. Unerwartet stellt Aggie fest, dass sie ihn vermisst. Denn auch wenn sie sehr verschieden sind und alles andere als beste Freunde, mögen sie sich doch – irgendwie.

Dieses Buch hat mich in vielerlei Hinsicht positiv überrascht. Zunächst entspricht es thematisch nicht der klassischen „Gegner werden beste Freunde“-Geschichte, die man vielleicht erwarten würde. Aggie und der Geist sind voneinander genervt, können und wollen sich nicht wirklich aufeinander einlassen. Sie reiben sich aneinander und finden keinen gemeinsamen Nenner für ein dauerhaftes Zusammenleben. Als der Geist nach einer erneuten Eskalation geht, entdecken er und Aggie jedoch eine Möglichkeit, eine Art von Freundschaft zu pflegen.

Gerade diese Wendung, dass die beiden sich zwar arrangieren, aber eben keine „Best Buddies“ werden, hat mir besonders gut gefallen, da sie das reale Leben widerspiegelt. Nicht jede Bekanntschaft entwickelt sich zu einer engen Freundschaft, und mit manchen Mitmenschen muss man einfach auf andere Weise auskommen. Dies steht im Gegensatz zu der in vielen Kinderbüchern verbreiteten Beste-Freunde-Thematik, die in der Realität nicht immer zutrifft.

Das Buch zeigt außerdem sehr treffend, dass ein Zusammenleben mit anderen nicht automatisch leicht ist, sondern Regeln erfordert, die von jeder Person unterschiedlich definiert werden. Daraus ergeben sich zahlreiche Gesprächsanlässe zum sozialen Miteinander, die sich gut mit Kindern ab etwa fünf Jahren besprechen lassen. Durch den kurzen, prägnanten Textanteil und die dominante Bildsprache eignet sich die Geschichte besonders dazu, zwischen den Zeilen zu lesen und eigene Gedanken zu den Emotionen und zum Verlauf der Handlung zu entwickeln.

Auch die Illustrationen haben mir sehr gefallen. Autor und Illustrator Forsythe bedient sich einer harmonischen, reduzierten Farbgebung sowie weicher Strukturen und verzichtet bewusst auf überladene oder zu detaillierte Darstellungen. Dennoch sind die Bilder äußerst ausdrucksstark und hinterlassen durch ihren feinen Humor ein Lächeln.

„Aggie und der Geist“ ist ein Bilderbuch, das keine klassischen Klischees bedient und gerade dadurch besonders überzeugt. 📚✨

Für Euch gelesen, zusammengefasst und empfohlen

Lädt zum Träumen ein und regt die Fantasie an

Unsere Baumhausstadt

Gideon Sterer / Charlie Mylie


  • Altersempfehlung: ab 4 Jahren
  • ISBN: 978-3791376462
  • Erscheinungstermin: 22.10.2025
  • Seiten: 40
  • Verlag: Baumhaus

Covertext

Hoch oben zwischen den Wipfeln der Bäume wartet auf dich eine fantastische Welt voller Abenteuer: Schwing dich auf die Schaukel, lerne lustige Kunststücke in der Zirkusschule, stöbere in der Eichhornbücherei nach spannenden Geschichten, mach eine Spritztour mit der Dschungelbahn, und kuschle dich am Ende dieses aufregenden Tages in eine warme, gemütliche Löwenumarmung ...

Rezension  

In dem Bilderbuch „Unsere Baumhausstadt“ greift Autor Gideon Sterer einen immerwährenden Kindertraum auf: das Abenteuer Baumhaus. Doch anstatt sich auf eine einzelne spannende Geschichte rund um ein Baumhaus und einige Kinder zu beschränken, wählt Sterer einen anderen Weg. Er entwirft die fantastische Welt einer ganzen Baumhausstadt, in der kaum ein Kinderwunsch offenbleibt. Ja, fast ließe sich das Erzählte als perfekte kindliche Utopie bezeichnen.

Für mich steht bei diesem Buch eindeutig die Illustration im Vordergrund, zugunsten derer der Text bewusst reduziert wurde und sich auf das Wesentliche beschränkt. Die in Reimform verfassten Texte rahmen die Geschehnisse auf den Bildern lediglich ein und schaffen es dennoch, die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer sowie Leserinnen und Leser vollständig in die imaginäre Baumhausstadt zu entführen.

Bereits im Vorsatz beginnt die Geschichte, in der einige namenlose Kinder spielend durch den Wald streifen und dabei entlang eines Pfades auf einen Korb stoßen. Mit diesem ziehen sie sich an einem Seil empor bis in die Baumkronen eines Urwaldes und gelangen schließlich in die Baumhausstadt. Dort erwarten sie zahlreiche Erlebnisse: In Harmonie und mit großer Freude an ihrem Tun leben viele Kinder unterschiedlichster Herkunft und mit verschiedenen Voraussetzungen gemeinsam mit Tieren und Pflanzen im Einklang.

Es wird gebaut, gespielt, geträumt, getüftelt, gekocht, getobt und experimentiert. Das Ganze hat stellenweise den Charakter eines Wimmelbuches und wirkt wie ein riesiger Abenteuerspielplatz, der Seilbahnen, Rutschen, Brücken, Aussichtsplattformen, Höhlen, Klettervorrichtungen und Rückzugsorte bereithält. Seite für Seite tauchen die Kinder in neue Fantasien ein, die viel Raum für eigenes Erzählen zu den wunderschönen Bildern lassen. So gibt es zum Beispiel einen Zirkus, eine Bibliothek oder die Dschungelbahn. Es wird gemeinsam musiziert, gegessen, Sport getrieben und schließlich geträumt.

Aber auch Themen wie gegenseitige Achtung, Rücksichtnahme und Unterstützung finden sich immer wieder, vor allem in den Illustrationen. Die realistischen, in naturgetreuen und gedeckten Farben gehaltenen Bilder von Charlie Mylie machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. Durch sanfte, weich gezeichnete Strukturen, zarte Linien sowie eine Fülle an Details und wiederkehrenden Elementen entsteht mit der Baumhausstadt eine Welt, die man nur allzu gern kennenlernen möchte.

Ich empfehle dieses Buch allen, die mit Kindern ab vier Jahren ein wenig träumen und sie zum Erzählen anregen möchten, ebenso wie jenen, die sich gern in friedlichen, kindlichen und ein wenig realitätsfernen Welten bewegen. 📚✨

Für Euch gelesen, zusammengefasst und empfohlen

Durchdachte Geschichte und raffinierte Rätsel

Pierre der Irrgartendetektiv und die mysteriöse Pyramide

Hiro Kamigaki / Ic4dasign


  • Altersempfehlung: ab 6 Jahren
  • ISBN: 978-3791376462
  • Erscheinungstermin: 22.10.2025
  • Seiten: 36
  • Verlag: Prestel

Covertext

Mr. X ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und kündigt nun an, die Maze-Pyramide aus dem Tal des Irrgartens zu stehlen. Doch Pierre, der Irrgarten-Detektiv, und seine Freundin Carmen sind ihm bereits auf den Fersen, um ihn aufzuhalten.

Begleite sie auf ihrer aufregenden Jagd durch die fantastischen Irrgärten im Königreich Karamellia, reise mit ihnen auf einem riesigen mechanischen Kamel durch die endlose Wüste. Entdecke dabei die verborgenen Hinweise und löse die Rätsel, um Mr. X aufzuhalten, bevor es zu spät ist.

Rezension  

Mit dem Ausbruch von Mr. X, dem Inbegriff eines klassischen Schurken mit Maske und Umhang, beginnt dieses spannende Detektivabenteuer bereits im Vorsatz. Wir begleiten Pierre, den Detektiv, und seine Freundin Carmen durch abenteuerliche Labyrinthe und helfen ihnen Seite für Seite beim Lösen der Rätsel, beim Finden von Auswegen und bei der herausfordernden Verfolgung des Schurken. Dabei führt der Weg durch einen altertümlich anmutenden Bahnhof, verwinkelte Städte, Oasen und Wüsten, orientalische Tempel, Pyramiden, einen Weihnachtsmarkt und nordische Eiswelten.

Eingebettet in die Geschichte rund um die Jagd nach Mr. X werden die Lesenden auf jeder Doppelseite mit einer fantastischen, nostalgischen und mystisch-magischen Welt konfrontiert. Es gilt, den Weg für Pierre und Carmen vom Start bis zum Ziel durch das jeweilige Labyrinth zu finden, verborgene Dinge zu entdecken, Briefe von Mr. X zu lesen und allerlei Ungereimtheiten zu entschlüsseln. Wird es den beiden Freunden gelingen, die Missetaten von Mr. X aufzuklären und den Raub der Maze-Pyramide zu verhindern?

Das Gesamtkonzept dieses Buches, eine Mischung aus Wimmelbuch, Rätselabenteuer und Kinderkrimi, gepaart mit detaillierten Irrgärten in fantasievollsten Farben und Formen, hat mich sofort begeistert. Nicht nur die eigentliche Geschichte ist spannend, auch die Suchaufträge, Rätsel und zu findenden Wege haben es in sich und stellen selbst für Erwachsene eine echte Herausforderung dar. Teilweise haben wir bis zu zwanzig Minuten pro Seite zu zweit oder zu dritt damit verbracht, alles zu entschlüsseln.

Das Buch wird ab zehn Jahren empfohlen, begeistert jedoch durchaus auch geduldige Siebenjährige. Zu Beginn werden die Figuren sowie die Vorgehensweise vorgestellt, anschließend kann das Detektivspiel direkt starten. Auf den letzten beiden Seiten finden sich die Lösungen sowie zusätzliche Rätsel und ein Cliffhanger, der Lust auf ein weiteres Abenteuer macht.

Es gibt bereits drei Bücher von Pierre, dem Irrgartendetektiv, die ich allerdings noch nicht kenne. Dieser Band, der unabhängig von den bereits erschienenen Büchern gelesen werden kann, hat mich jedoch völlig in seinen Bann gezogen, sodass ich die anderen auf jeden Fall noch lesen möchte. Immer wieder nehme ich das Buch zur Hand und betrachte die zauberhaften Bilderwelten, die wirken, als seien sie alten Märchen und längst vergangenen Zeiten entsprungen. Dieses Buch ist nicht nur künstlerisch und visuell ein Schatz, sondern auch aufgrund der durchdachten Geschichte und der raffinierten Rätsel absolut empfehlenswert. In jeder Hinsicht – auch im Format – ist Pierre einfach GROß-artig.

Für Euch gelesen, zusammengefasst und empfohlen

Sensibel und achtsam das Thema Tod besprochen

Ist Amsel tot?

Oliver Tallec


  • Altersempfehlung: ab 5 Jahren
  • ISBN: 978-3836963305
  • Erscheinungstermin: 30.06.2025
  • Seiten: 40
  • Verlag: Gerstenberg

Covertext

Das Eichhörnchen und sein bester Freund Pok lieben es, der Amsel beim Singen zuzuhören. Aber eines Tages liegt der Vogel auf dem Weg und bewegt sich nicht. Ob er schläft? Zusammen mit Günther überlegen sie, was passiert ist. Irgendwann wird ihnen klar, dass die Amsel tot ist. Die Freunde machen das, was man machen muss, wenn jemand tot ist. Aber was muss man eigentlich machen? Auf jeden Fall braucht die Amsel weiter Schutz. Also bauen die drei einen großen Blätterhaufen mit einem Zapfen ganz oben. Aber reicht das? Nach und nach finden die Freunde ihren ganz eigenen Weg, den Tod des Lieblingsvogels zu bewältigen. Tallec erzählt mit Respekt, Witz und Leichtigkeit – realistisch und ermutigend.

Rezension  

Bei jedem Kind kommt irgendwann die Frage nach dem Tod auf, sei es durch ein Erlebnis im Umfeld oder aus reiner Neugier. Dabei spielen verschiedene Aspekte eine Rolle, zum Beispiel die Fragen, woran man erkennt, dass ein Lebewesen tot ist, oder wie man sich angesichts eines Todesfalls verhält.

Im Bilderbuch „Ist Amsel tot?“ tastet sich Autor Olivier Tallec behutsam und überaus einfühlsam über sympathische Charaktere an dieses sensible Themengebiet heran. Das kleine Eichhörnchen, dessen Name nicht genannt wird, durchstreift gemeinsam mit seinem Freund Pok, einem niedlichen kleinen Pilz, gern den Wald. Am liebsten sitzen die beiden auf der Wiese und lauschen dem bezaubernden Gesang der Amsel. Als sie dies eines Tages wieder tun möchten, finden sie den Vogel nicht. Sie suchen überall und entdecken die Amsel schließlich reglos am Boden liegend.

Zunächst gehen sie davon aus, dass die Amsel schläft. Doch weder langes Warten noch Berührungen oder laute Ansprache helfen, den Vogel zu wecken. Daraufhin holen Eichhörnchen und Pok die Maus Günther zur Hilfe, doch auch sie weiß keinen Rat. Die Freunde erkennen schließlich: Amsel ist tot. Ratlos stehen die drei beisammen und wissen nicht, was sie tun sollen. Jeder von ihnen erlebt andere Emotionen und entwickelt eigene Ideen, wie sie mit der Situation umgehen könnten. Trauer, Wut, Unverständnis und warme Erinnerungen wechseln sich ab, und es bleibt die Frage: Was ist richtig, was ist falsch?

Die Freunde bauen der Amsel eine Art Grab, sprechen ein Gedicht, erinnern sich an den schönen Gesang und benennen schließlich sogar die Wiese, auf der sie ihr einst lauschten, nach dem Vogel. Gern treffen sie sich dort, erinnern sich gemeinsam und lauschen bald darauf dem Gesang eines anderen Vogels.

Bei der Lektüre dieses Buches wird einem ganz warm ums Herz, denn Tränen und Lächeln liegen hier nahe beieinander. Olivier Tallec gelingt es mit wenigen Worten und reduzierten, aber dennoch ausdrucksstarken Illustrationen, ein sensibles Thema kindgerecht für Kinder ab etwa vier Jahren aufzubereiten. Viele Kinder in diesem Alter haben vermutlich schon einmal ein totes Tier am Straßenrand entdeckt und sich Fragen dazu gestellt. Mit der Wahl seiner Protagonisten greift Tallec somit ein Phänomen auf, das Kindern aus ihrer Lebenswelt vertraut ist.

Durch das langsame Erkennen des Todes der Amsel und den behutsamen Umgang der Freunde wird deutlich: Dem toten Tier gebührt Respekt, und alle Gefühle, die im Trauerprozess entstehen, sind erlaubt. Die Erkenntnis, dass es im emotionalen Umgang mit dem Tod eines geliebten Wesens weder richtig noch falsch gibt und jeder Mensch anders mit Verlust umgeht, wird in diesem Buch sehr gelungen vermittelt. Ohne zu erschrecken, mit einer Prise Humor und einem hoffnungsvollen Ausblick vermag es Tallec, die Scheu vor dem Tod ein Stück weit zu nehmen und ihn als Teil des Lebens begreifbar zu machen. Die großformatigen Bilder in warmen, herbstlich anmutenden Farben veranschaulichen Situationen und Emotionen eindrucksvoll. Ich mag dieses Buch sehr und empfehle es allen Eltern und Pädagoginnen, die mit Kindern sensibel und achtsam das Thema Tod behandeln möchten.

Für Euch gelesen, zusammengefasst und empfohlen

Ein poetisches, anrührendes und künstlerisch einprägsames Buch

Der Klang der Freiheit

Christian Merveille (Autor*in) 

Valeria Docampo (Ill.) 


  • Altersempfehlung: ab 8 Jahren
  • ISBN: 978-3958542495
  • Erscheinungstermin: 04.09.2025
  • Seiten: 40
  • Verlag: Mixtvision

Covertext

Ein tyrannischer König beherrscht das Land. Alle müssen sich vor ihm niederwerfen, wenn er vorbeikommt. Doch ein Mann wagt es, sich den Befehlen des Königs zu widersetzen. Er will dem Gesang des Vogels lauschen. Der Mann wird verhaftet, ihm wird erst das Augenlicht und dann das Gehör genommen. Aber der Mann bleibt aufrecht. Der Gedanke an den Vogel lässt ihn die Hoffnung nicht verlieren. Dieses Bilderbuch verbindet die fantastische Märchenwelt mit der heutigen Realität. Es lädt große und kleine Menschen dazu ein, über so wichtige Themen wie Autorität, Gerechtigkeit und Widerstand zu sprechen und das Phänomen von Menschenrechtsverletzungen weltweit besser zu verstehen.

Rezension  

Das Buch „Der Klang der Freiheit“ mit dem Text von Christian Merveille und den Illustrationen von Valeria Docampo ist für mich keinesfalls nur ein simples Kinderbuch. Es mag zwar einige Elemente eines Märchens beinhalten und ist wohl auch als solches zu verstehen, besticht jedoch durch eine brisante, aktuelle Thematik sowie einen sehr hohen künstlerischen Wert, sodass es Leserinnen und Leser aller Altersklassen anspricht.

Merveille erzählt die Geschichte eines Mannes, der in einem streng regierten Königreich mit drakonischen Regeln lebt. Als der König die Stadt besucht, sollen sich alle Einwohner niederwerfen. Der Protagonist, der anmutig und sanft wirkt, tut dies nicht. Stattdessen lauscht er mit erhobenem Haupt dem Gesang eines Vogels. Sein Handeln hat brutale Folgen: Er wird eingesperrt, und auch die Vögel werden gefangen. Als die Wachen jedoch bemerken, dass der Mann aus dem Gesang eines noch freien Vogels immer wieder Hoffnung schöpft und sich nicht beugt, wird ihm zunächst das Augenlicht und schließlich auch das Gehör genommen. Und dennoch: In seinem Inneren spürt der Mann, dass es Hoffnung gibt. Eines Tages stirbt schließlich der König, und das Volk ist frei. Auch der Mann, taub und blind, wird befreit und kann nun, obwohl ihm im Laufe der Jahre so viel genommen wurde, durch den Flügelschlag der freigelassenen Vögel Erlösung und Freiheit spüren.

Diese Geschichte empfand ich trotz eines Textes, der sich auf das Wesentliche beschränkt und ohne Schnörkel auskommt, gleichermaßen als hoffnungsvoll wie traurig. Vor allem die ausdrucksstarken Bilder, die sich meist über eine ganze oder sogar zwei Seiten erstrecken, transportieren starke Emotionen und erzählen oft mehr, als der Text verrät. Die Illustrationen werden in einer reduzierten Farbpalette dargeboten (Weiß, Schwarz, Grau, Beige, Rot, wenig Orange) und sprechen eine eindeutige Formensprache: von strengen, geraden Linien und spitzen Ecken bis hin zu weichen, sanften Bögen. Dabei treten immer wieder starke Kontraste auf.

Die gelungene Kombination aus Text und Bild vermittelt eindrucksvoll die Botschaft der Geschichte, die aktueller denn je ist. Themen wie autoritäre Herrschaft, die Bedeutung von Mit- und Selbstbestimmung, Menschenrechte sowie das Einstehen für die eigene Meinung werden anhand dieses Buches angestoßen. Aber auch Inhalte wie Hoffnung, Freiheit, die Kraft der Musik und die Freude an der Natur sowie der Wert der kleinen, unscheinbaren Dinge finden sich wieder und können mit Kindern ab etwa zwölf Jahren erörtert werden.

Für das Lesen mit jüngeren Kindern empfinde ich das Buch als nur bedingt geeignet, da die Folter des Mannes drastisch dargestellt wird und die Geschichte insgesamt sehr dramatisch ist. Außerdem wird der Inhalt vor allem im übertragenen Sinne von jüngeren Kindern vermutlich noch nicht vollständig erfasst. Merveille hat in Zusammenarbeit mit Docampo ein poetisches, anrührendes und künstlerisch einprägsames Buch mit nachhaltigem Inhalt geschaffen, das sich sowohl im häuslichen als auch im pädagogischen Bereich sehr gut einsetzen lässt.

Für Euch gelesen, zusammengefasst und empfohlen

Thematisch wichtig

Freak City Kathrin Schrocke  (Autor*in)  Altersempfehlung: ab 12 Jahren ISBN:  978-3-95854-247-1 Erscheinungstermin: 16.01.2025 Seiten: 240...