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Samstag, 14. März 2026

Düster, melancholisch und nachdenklich

Das Dreizehnte Kind

Erin A. Craig

  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • ISBN: 978-3-690-86002-4
  • Erscheinungstermin: 30.10.2025
  • Seiten: 672
  • Verlag: Ullstein Jugendbuch

Covertext

Wenn der Tod ruft, muss sie gehorchen

Hazel Trépas ist kein gewöhnliches Mädchen. Als dreizehntes Kind wurde sie einem Gott versprochen: dem Tod persönlich. Von ihm erhielt sie eine Gabe, die sie zu einer der größten Heilerinnen des Königreichs machen sollte: Hazel erkennt auf einen Blick, wie jede Krankheit geheilt werden kann.

Doch jede Gabe hat ihren Preis. Hazel sieht auch, wenn das Schicksal eines Menschen besiegelt ist. Geplagt von den Geistern jener, deren Leiden sie beenden musste, sehnt Hazel sich nach Freiheit. Als der König tödlich erkrankt und das Reich vor dem Zerfall steht, wird Hazel an den Hof gerufen. Dort begegnet sie Prinz Leo, einem charmanten Thronfolger, der ebenso rebellisch ist wie Hazel selbst. Kann Hazel den Tod überlisten, um den König zu retten? Und zu welchem Preis?

Rezension 

Dieses Buch hat mich leise erwischt. Nicht mit Action oder lauten Plot-Twists, sondern mit einer Stimmung, die sich langsam unter die Haut schiebt und dort bleibt. Das dreizehnte Kind fühlt sich an wie ein düsteres Märchen, das man eigentlich schon kennt und das einen trotzdem überrascht.

Hazel ist keine typische Heldin. Sie ist müde, ernst und trägt eine Last, die für ein junges Mädchen viel zu groß ist. Als dreizehntes Kind gehört sie dem Tod selbst. Ihre Gabe zu heilen ist gleichzeitig ein Fluch, denn sie weiß immer, wann Hoffnung sinnlos ist. Und genau das macht ihre Geschichte so schmerzhaft ehrlich. Es geht nicht um Heldentaten, sondern um Entscheidungen, Schuld und darum, was es bedeutet, Verantwortung für Leben und Tod zu tragen.

Die Welt ist düster, kalt und von Krankheit und Aberglauben durchzogen. Erin A. Craig schafft eine Atmosphäre, die sich schwer anfühlt, fast bedrückend aber auf eine gute Art. Der Tod ist hier kein billiger Bösewicht, sondern eine konstante Präsenz, ruhig, gerecht und gnadenlos. Das fand ich unglaublich spannend.

Auch die Begegnung mit Prinz Leo bringt keine kitschige Romanze, sondern vorsichtige Nähe, Zweifel und leise Rebellion. Alles bleibt zurückhaltend, fast zerbrechlich und genau deshalb glaubwürdig.

Dieses Buch ist kein schneller Pageturner, sondern eines, das man fühlt. Düster, melancholisch und nachdenklich. Perfekt für alle, die Fantasy mögen, die weh tut, nachhallt und Fragen stellt, statt einfache Antworten zu geben. 🖤✨

Für Euch gelesen und rezensiert

Kitty Myst

Samstag, 24. Januar 2026

Ein leiser, bedeutungsvoller Roman über Verlust, Einsamkeit und den Druck von außen

Memories So Golden Like US

Gabriella Santos de Lima (Autor*in)

  • Altersempfehlung: ab 16 Jahren
  • ISBN: 978-3-7373-7465-1
  • Erscheinungstermin: 27.11.2025
  • Seiten: 400
  • Verlag: Forever

Covertext

Rezension 

Memories So Golden Like Us ist der zweite Teil einer unabhängig lesbaren Dilogie. An dieser Stelle möchte ich vorweg erwähnen, dass sich Teil 1 wirklich in mein Herz eingenistet hat. Ich habe jede Seite der Story geliebt und mich deswegen auch sehr auf Blairs Geschichte – Sams Schwester – gefreut.

Blair, die all ihre Lebensfreude verloren hat. Blair, die nur noch grau sieht. Blair, die von ihren Eltern ans Meer geschickt wird, um ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen – und das ausgerechnet mit dem besten Freund ihres Bruders.

Gabriella hat wirklich eine ganz eigene Schreibmagie, die immer wieder erkennbar ist: sanft, nicht überladen, eher gefühlstragend. Aber gerade bei Blairs Charakter hätte ich mir manchmal noch mehr gewünscht: Mehr Ausbruch, mehr Gefühlsexplosion. Das war mir etwas zu verhalten. Allgemein bin ich auch nicht wirklich mit den Charakteren warm geworden, was so schade war, weil sie eigentlich das verkörpern, was ich an Buchprotagonist*innen liebe: Verletzlichkeit, geformt durch Kanten und Ecken. Eigentlich genau meins, und doch wollte es irgendwie nicht funken. Erst gegen Ende dann.

Vielleicht lag es auch daran, dass ich die Gefühle der beiden nicht wirklich nachvollziehen konnte, mir hat einfach die Nähe gefehlt. Details der Hintergrundgeschichte.

Dabei will ich das Buch gar nicht abwerten, denn Memories So Golden Like Us ist ein bedeutungsstarkes Buch, das der Gesellschaft mal wieder einen Spiegel vorhält, beispielsweise, wie eklig das Internet sein kann, wie schnell wir verurteilt werden, wie Frauen eigentlich nie etwas richtig machen können. Dass Liebe nicht immer perfekt und filmreif ist. Dass der Umgang mit Verlust bei jedem anders aussieht.

Gabriella greift wirklich viele wichtige Themen auf, weshalb ich auch immer so dankbar für ihre Bücher bin, und für die Stimme, die sie nutzt. Nur leider haben mich Blairs und Connors Stimmen diesmal nicht wirklich erreicht.

Und trotzdem empfehle ich das Buch weiter, einfach, weil’s Gabriella ist. Weil es einem die Einsamkeit nimmt, den Gedanken mit etwas allein zu sein. Und einen manchmal auch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt.

Für Euch gelesen, rezensiert und empfohlen

Zeilenflüsterin / @plot.tweety

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