Memories So Golden Like US
Gabriella Santos de Lima (Autor*in)
- Altersempfehlung: ab 16 Jahren
- ISBN: 978-3-7373-7465-1
- Erscheinungstermin: 27.11.2025
- Seiten: 400
- Verlag: Forever
Covertext
Blair hat alles verloren. Die Anerkennung ihrer Eltern. Ihren Ruf
als erstzunehmende Künstlerin. Und ihren Bruder. Seit einem Jahr
torkelt sie von Party zu Party, um sich mit Alkohol und fremden Männern
zu betäuben. Dass sie dabei eine Spur von Skandalen hinterlässt, berührt
sie nichts im Geringsten. Bis ihre Eltern ihr den Geldhahn zudrehen.
Sie ist dazu gezwungen, die nächsten Monate an der britischen Küste zu
verbringen, um dort im Familienstrandhaus an einer neuen Bildreihe zu
arbeiten. Mit wem sie allerdings nicht im stürmischen St Ives gerechnet
hat? Mit Connor Rutherford, dem besten Freund ihres verstorbenen
Bruders. Connor, der seit Jahren in einer Beziehung mit ihrer früheren
Freundin Elle Hastings ist. Connor, den sie nicht ausstehen kann, weil
er ihr schon damals das Herz gebrochen hat, ohne sie ein einziges Mal
berührt zu haben …
Rezension
Memories
So Golden Like Us ist der zweite Teil einer unabhängig lesbaren Dilogie. An
dieser Stelle möchte ich vorweg erwähnen, dass sich Teil 1 wirklich in mein
Herz eingenistet hat. Ich habe jede Seite der Story geliebt und mich deswegen
auch sehr auf Blairs Geschichte – Sams Schwester – gefreut.
Blair, die
all ihre Lebensfreude verloren hat. Blair, die nur noch grau sieht. Blair, die
von ihren Eltern ans Meer geschickt wird, um ihr Leben wieder auf die Reihe zu
bekommen – und das ausgerechnet mit dem besten Freund ihres Bruders.
Gabriella
hat wirklich eine ganz eigene Schreibmagie, die immer wieder erkennbar ist:
sanft, nicht überladen, eher gefühlstragend. Aber gerade bei Blairs Charakter
hätte ich mir manchmal noch mehr gewünscht: Mehr Ausbruch, mehr Gefühlsexplosion.
Das war mir etwas zu verhalten. Allgemein bin ich auch nicht wirklich mit den
Charakteren warm geworden, was so schade war, weil sie eigentlich das
verkörpern, was ich an Buchprotagonist*innen liebe: Verletzlichkeit, geformt
durch Kanten und Ecken. Eigentlich genau meins, und doch wollte es irgendwie
nicht funken. Erst gegen Ende dann.
Vielleicht
lag es auch daran, dass ich die Gefühle der beiden nicht wirklich
nachvollziehen konnte, mir hat einfach die Nähe gefehlt. Details der
Hintergrundgeschichte.
Dabei will
ich das Buch gar nicht abwerten, denn Memories So Golden Like Us ist ein
bedeutungsstarkes Buch, das der Gesellschaft mal wieder einen Spiegel vorhält,
beispielsweise, wie eklig das Internet sein kann, wie schnell wir verurteilt
werden, wie Frauen eigentlich nie etwas richtig machen können. Dass Liebe nicht
immer perfekt und filmreif ist. Dass der Umgang mit Verlust bei jedem anders
aussieht.
Gabriella
greift wirklich viele wichtige Themen auf, weshalb ich auch immer so dankbar
für ihre Bücher bin, und für die Stimme, die sie nutzt. Nur leider haben mich
Blairs und Connors Stimmen diesmal nicht wirklich erreicht.
Und
trotzdem empfehle ich das Buch weiter, einfach, weil’s Gabriella ist. Weil es
einem die Einsamkeit nimmt, den Gedanken mit etwas allein zu sein. Und einen
manchmal auch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt.
Für Euch gelesen, rezensiert und empfohlen
Zeilenflüsterin / @plot.tweety