Die Windmacherin
Maja Lunde (Autor*in)
Lisa Aisato (Ill.)
Altersempfehlung: ab 6 Jahren- ISBN: 978-3442762842
- Erscheinungstermin: 19.03.2025
- Seiten: 192
- Verlag: btb Verlag
Covertext
In dem Land, in dem Tobias lebt, sind endlich wieder bessere
Zeiten eingekehrt, und alle Kinder sollen zur Erholung die Sommerferien
auf dem Land verbringen. Doch statt auf einem idyllischen Bauernhof
landet der 11-jährige Tobias allein auf einer Insel weit draußen im
Meer, wo er bei einer in sich gekehrten Frau namens Lothe unterkommt.
Als Tobias dort einen verschlossenen Raum voller geheimnisvoller
Kinderzeichnungen entdeckt, kommt er einem alten Rätsel um einen
Leuchtturm und zwei unzertrennlichen Freundinnen auf die Spur. Plötzlich
findet es Tobias in Lothes Umgebung spannend, und es beginnt das
Abenteuer eines unvergesslichen Sommers. »Die Windmacherin« ist ein
liebevoller Roman über eine Kinderfreundschaft, die Kraft der Fantasie
und des Zusammenhalts.
Rezension
Wer die bereits erschienenen Bücher von Autorin Maja Lunde und Künstlerin Lisa Aisato kennt, der weiß, was dieses Dreamteam vollbringen kann. Nachdem es mit „Die Schneeschwester“ und „Die Sonnenwächterin“ bereits eine Winter- und eine Frühlingsgeschichte gibt, folgt in der Jahreszeitenreihe von Maja Lunde nun mit „Die Windmacherin“ ein Sommerbuch.
Die Geschichte erzählt vom 11-jährigen Tobias, der nach Ende des Krieges zur Erholung ans Meer geschickt wird, die Insel Wetterland ist sein Ziel. Von den Wirren des Krieges und der Zerstörung seiner Heimatstadt traumatisiert, fällt ihm der Abschied von den Eltern schwer. Mit gemischten Gefühlen bringt Tobias die Anreise hinter sich, hofft auf freundliche Gasteltern und endlich wieder ausreichend Essen. Leider wird sein Wunsch keine Realität, denn er wird bei Lothe, einer mürrischen Fischerin, gegen deren Willen untergebracht. Schnell merkt Tobias, dass Lothe
Geheimnisse hat. Er entdeckt aber auch einen weichen Kern unter ihrer rauen Schale und Lothes unnachgiebige, harte Fassade bröckelt zeitweise. Tobias lernt einige Inselbewohner kennen und spürt in sich die heilende Kraft des Meeres. Aber die Wunden, die der Krieg in seiner Seele hinterlassen hat, schließen sich nur langsam. Meist bleibt Tobias daher für sich, zum Spiel der anderen Kindern findet er keinen Zugang. Er freundet sich stattdessen mit Peter, dem Bürgermeister und Postboten der Insel, sowie mit Dina, einer im Wald lebenden Frau im Rollstuhl, an. Beide sind sehr freundlich, so dass er sich wünscht, lieber dort als bei der Fischerin zu leben. Doch auch diese beiden scheinen etwas zu verbergen, das erkennt Tobias schnell.
Geheimnisse hat. Er entdeckt aber auch einen weichen Kern unter ihrer rauen Schale und Lothes unnachgiebige, harte Fassade bröckelt zeitweise. Tobias lernt einige Inselbewohner kennen und spürt in sich die heilende Kraft des Meeres. Aber die Wunden, die der Krieg in seiner Seele hinterlassen hat, schließen sich nur langsam. Meist bleibt Tobias daher für sich, zum Spiel der anderen Kindern findet er keinen Zugang. Er freundet sich stattdessen mit Peter, dem Bürgermeister und Postboten der Insel, sowie mit Dina, einer im Wald lebenden Frau im Rollstuhl, an. Beide sind sehr freundlich, so dass er sich wünscht, lieber dort als bei der Fischerin zu leben. Doch auch diese beiden scheinen etwas zu verbergen, das erkennt Tobias schnell.
Der Junge interessiert sich immer mehr für die Vergangenheit der Insel und ihrer Bewohner, wobei er von der Legende der Windmacherin erfährt, die auf der Insel in aller Munde ist. Zunächst tut Tobias diese als Kinderkram ab, denn viel spannender ist Lothes Geheimnis, dem er beim Herumstreunen im Haus und auf der Insel langsam näher kommt. Auch Peter, Dina und die Windmacherin spielen dabei eine Rolle, so dass Tobias beschließt, sich einzumischen. Es kommt zu einer dramatischen Situation, welche Tobias fast sein Leben kostet und auch das von Lothe, Dina und Peter in den Grundfesten erschüttert.
Diese emotional sehr berührende Geschichte hat mich tief bewegt. Nicht nur der Text, der in 25 Kapiteln verfasst wurde, sondern vor allem die anrührenden, ausdrucksstarken und sämtliche Gefühlslagen widerspiegelnden Illustrationen haben mich absolut mitgerissen. Manchmal umfassen die Bilder eine ganze Seite, teilweise sind nur kleine oder hinter den Text schemenhaft hinterlegte Illustrationen zu finden. Diese beziehen sich immer unmittelbar auf die Geschehnisse im Text und untermalen diese sehr kraftvoll. Die Stimmung der Geschichte wird dadurch maßgeblich intensiviert.
Doch nicht nur die Illustrationen, sondern auch der Inhalt und Fortgang der Geschichte haben mich begeistert. Maja Lunde malt mit ihren Worten wunderbare Bilder und ihre Erzählungen haben stets Tiefgang. Erwähnenswert ist zudem die hochwertige Aufmachung des Buches. Ich möchte „Die Windmacherin“ für Kinder ab etwa zehn Jahren empfehlen, da die angesprochenen Themen für jüngere Kinder in ihrer Komplexität zu schwer wiegen und vermutlich noch nicht gänzlich erfasst werden.
Auch für Erwachsene ist ein absolut lesenswertes Buch. Ich freue mich schon sehr auf das vierte Buch, welches dann vermutlich eine Herbstgeschichte sein wird.
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