Vom leeren Blatt zum eigenen Manga: Unser Workshop mit Dominik Jell
Wie entsteht eigentlich ein Manga? Und kann man auch selbst lernen, solche Figuren zu zeichnen? Genau das wollten wir gemeinsam mit rund 60 Jugendlichen herausfinden. Deshalb haben wir vom Leseclub Club der anonymen Bookoholiker am 8. Oktober 2026 den Mangaka Dominik Jell nach Altenburg eingeladen.
Erst einmal ging es in die Bibliothek
Unser Vormittag begann in der Stadtbibliothek Altenburg. Dort haben wir den
Jugendlichen zuerst unseren Leseclub vorgestellt und erzählt, was wir eigentlich alles machen. Denn bei uns wird nicht nur gelesen. Wir schreiben Rezensionen, stellen Bücher auf Instagram und unserem Blog vor, besuchen Buchmessen und organisieren Veranstaltungen mit Autorinnen, Autoren und anderen Menschen aus der Buchwelt.
Anschließend haben wir uns die Stadtbibliothek genauer angesehen. Bei einem kleinen Rundgang konnten die Jugendlichen verschiedene Bereiche kennenlernen. Besonders interessant war natürlich die Jugendbibliothek, in der wir uns gemeinsam mit Manga, Comics und Graphic Novels beschäftigt haben.
Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen drei Begriffen? Darüber haben wir gesprochen und uns verschiedene Beispiele aus den Regalen angesehen. Dabei wurde schnell klar, dass Geschichten nicht immer nur aus langen Texten bestehen müssen. Auch Bilder können unglaublich viel erzählen.
Uns war dabei besonders wichtig zu zeigen, dass Lesen ganz unterschiedlich aussehen kann. Ob Roman, Manga, Comic, Graphic Novel oder Hörbuch: Jeder hat andere Interessen und Vorlieben. Und genau das ist auch bei uns im Leseclub völlig in Ordnung.
Wir haben außerdem eine kleine anonyme Umfrage durchgeführt. Darin wollten wir wissen, was Jugendliche gerne lesen, wo sie neue Bücher entdecken und was sie sich vielleicht von einem Jugendleseclub wünschen würden. Auf die Auswertung sind wir schon sehr gespannt!
Ein echter Mangaka zu Besuch
Nach unserem Besuch in der Bibliothek ging es weiter zur Volkshochschule Altenburger Land. Dort wartete Dominik Jell auf uns.
Dominik zeichnet schon seit seiner Kindheit und hat seine Leidenschaft inzwischen zum Beruf gemacht. Er arbeitet als Mangaka, Illustrator und Tätowierer.
Vielleicht kennt ihr einige seiner Manga schon. Mit „Mortalis“ hat er zwei ziemlich düstere Horrorgeschichten veröffentlicht. In seiner vierbändigen Reihe „Crossing Borders“ geht es dagegen um Themen wie Mobbing, Verlust, psychische Probleme und Ausgrenzung. Seine aktuelle Reihe „Revolt“ spielt in einer dystopischen Zukunft und beschäftigt sich unter anderem mit Umweltzerstörung, sozialer Ungleichheit und dem Widerstand gegen mächtige Konzerne.
Wir fanden es spannend, wie unterschiedlich seine Geschichten sind und dass Manga so viele verschiedene Themen behandeln können.
Dominik hat uns erzählt, wie er überhaupt zum Mangazeichnen gekommen ist, wie seine ersten Werke veröffentlicht wurden und wie der Alltag eines Mangaka aussieht. Dabei haben wir auch erfahren, wie schwierig es sein kann, in Japan als Mangazeichner erfolgreich zu werden und langfristig davon zu leben.
Jetzt durften wir selbst zeichnen!
Nach den vielen Informationen wurde es endlich praktisch. Alle bekamen einen Zeichenblock und einen Stift und dann ging es los.
Dominik zeigte uns Schritt für Schritt, wie man ein Manga-Gesicht zeichnet. Angefangen haben wir mit einem einfachen Kreis. Daraus wurden nach und nach ein Kopf mit den richtigen Proportionen, Augen und Gesichtskonturen.
Natürlich durfte auch die sogenannte „Jawline“ nicht fehlen. Das ist die Kieferkontur und wir haben an diesem Tag definitiv ein neues Wort gelernt!
Manche von uns waren mit ihren ersten Versuchen schon ziemlich zufrieden, andere mussten ein paarmal neu anfangen. Aber genau darum ging es ja. Wir wollten ausprobieren, wie Manga entstehen, und selbst einmal erleben, wie viel Arbeit schon hinter einer einzigen Figur steckt.
Dominik hat uns alles verständlich erklärt und gezeigt, worauf wir beim Zeichnen achten müssen. Dabei konnten wir auch Fragen stellen und bekamen Tipps für unsere eigenen Zeichnungen.
Und dann gab es noch eine richtig tolle Überraschung: Dominik hat für jeden von uns eine kleine persönliche Zeichnung angefertigt und unterschrieben!
Damit hatten wir am Ende nicht nur unsere eigenen Manga-Gesichter im Zeichenblock, sondern auch alle einen echten Jell zum Mitnehmen.
Lesen kann so viel mehr sein
Für uns als Bookoholiker war dieser Tag etwas Besonderes. Wir konnten nicht nur einen Künstler kennenlernen, dessen Manga wir teilweise schon kannten, sondern auch vielen anderen Jugendlichen zeigen, was wir als Leseclub machen.
Wir finden es wichtig, dass Manga, Comics und Graphic Novels genauso ernst genommen werden wie andere Bücher. Schließlich erzählen sie Geschichten, beschäftigen sich mit wichtigen Themen und machen vielen Jugendlichen Lust aufs Lesen.
Besonders schön war für uns, dass an diesem Tag nicht nur zugehört wurde. Wir konnten miteinander reden, Fragen stellen, Neues ausprobieren und am Ende sogar etwas Selbstgezeichnetes mit nach Hause nehmen.
Vielleicht hat der Workshop ja bei einigen die Lust geweckt, selbst mehr zu zeichnen oder einmal einen eigenen Manga zu entwickeln. Und vielleicht schaut auch jemand von den Teilnehmenden demnächst bei uns im Leseclub vorbei. Wir würden uns freuen!
Ohne Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen
Natürlich konnten wir diesen Tag nicht allein organisieren. Deshalb möchten wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die uns unterstützt haben.
Ein großes Dankeschön geht an Dominik Jell, der sich viel Zeit für uns genommen, unsere Fragen beantwortet und uns gezeigt hat, wie Manga entstehen. Besonders die persönlichen Zeichnungen am Ende waren eine tolle Überraschung.
Wir bedanken uns außerdem bei der Stiftung für benachteiligte Kinder und Jugendliche (gefördert durch Rotary Club und Lions Club im Altenburger Land) und bei den Literanauten des Dachverbands Jugendliteratur e. V. (DJL) für die Unterstützung unserer Veranstaltung. Die Literanauten sind ein Peer-to-Peer-Projekts des DJL und werden durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die PwC-Stiftung und die Waldemar-Bonsels-Stiftung gefördert.
Ein ebenso herzliches Dankeschön geht an die Volkshochschule Altenburger Land, in der wir unseren Workshop durchführen konnten, und an die Stadtbibliothek Altenburg. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben uns beim Bibliotheksprogramm unterstützt und dafür gesorgt, dass wir den Jugendlichen auch diesen Teil unserer Buchwelt zeigen konnten.
Dank dieser Unterstützung konnten wir gemeinsam mit rund 60 Jugendlichen einen spannenden und kreativen Vormittag verbringen.
Und wer weiß? Vielleicht saß an diesem Tag ja schon der nächste Mangaka unter uns.
Euer Club der anonymen Bookoholiker








