Donnerstag, 29. Oktober 2026

In Altenburg zu Gast - Anna Dimitrova

Anna Dimitrova zu Gast beim 

Club der anonymen Bookoholiker

Was passiert, wenn rund 70 Schülerinnen und Schüler, eine Autorin, jede Menge Bücher und die Bookoholiker aufeinandertreffen? Ein ziemlich besonderer Vormittag rund ums Lesen, Schreiben und Geschichtenentdecken.

Am 6. Oktober 2026 war die Autorin und Drehbuchautorin Anna Dimitrova auf Einladung des Clubs der anonymen Bookoholiker zu Gast in Altenburg.

Los ging es allerdings nicht gleich mit der Lesung, sondern zunächst in der Stadtbibliothek Altenburg. Da dort für alle Teilnehmenden gleichzeitig kaum Platz gewesen wäre, wurden die Schulklassen in Gruppen aufgeteilt.

Erst einmal: Bücher entdecken

Für die Bookoholiker ging es gemeinsam mit einem Teil der Jugendlichen direkt in die Jugendbibliothek. Und wenn man schon einmal zwischen so vielen Büchern steht, kann man die Gelegenheit schließlich nutzen.

Wo findet man eigentlich ein bestimmtes Buch? Wie kann man sich in einer Bibliothek orientieren? Und was gibt es in einer Jugendbibliothek außer klassischen Jugendromanen überhaupt zu entdecken?

Gemeinsam schauten wir uns die verschiedenen Bereiche an, suchten Bücher und sprachen darüber, was heute alles zur Welt des Lesens gehört.

Natürlich stellten wir dabei auch unseren Club vor. Denn wer sind eigentlich die Bookoholiker? Was macht ein Jugendleseclub? Und muss man dafür ständig lesen?

Wir erzählten von unseren monatlichen Treffen in der VHS Altenburg, von Rezensionsexemplaren, Blog und Instagram, unseren Besuchen auf der Leipziger Buchmesse, Literanautentreffen mit anderen Jugendleseclubs aus ganz Deutschland, Radio und Podcasts, „Nachts im Buchladen“, unseren Buchsammelaktionen für Kinder im Heim und Krankenhaus und natürlich von unseren eigenen Veranstaltungen und Begegnungen mit Autorinnen und Autoren.

Vor allem wollten wir aber wissen, wie die Jugendlichen selbst lesen.

In einer kleinen anonymen Umfrage ging es deshalb um ihr Leseverhalten: Wie oft wird freiwillig gelesen? Welche Geschichten und Genres sind besonders beliebt? Wo werden neue Bücher entdeckt? Und was müsste ein Jugendleseclub bieten, damit man selbst Lust hätte mitzumachen?

Dabei wurde natürlich nicht nur angekreuzt. Wir sprachen über Bücher, Manga, Comics, Graphic Novels und Hörbücher und darüber, was eine Geschichte eigentlich haben muss, damit man unbedingt weiterlesen möchte.

Währenddessen erkundete die jeweils andere Gruppe gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtbibliothek weitere Bereiche der Bibliothek. Anschließend wurde gewechselt.

Und danach hieß es für alle: auf zur VHS.

Von der Bibliothek in die VHS


In der wunderschönen Aula der Volkshochschule Altenburg wartete bereits unser Gast: Anna Dimitrova.

Die in Sofia geborene Autorin schreibt nämlich nicht nur Jugendbücher, sondern auch Drehbücher. Und genau diese Verbindung zwischen Buch und Film wurde im Laufe des Vormittags besonders spannend.

Anna erzählte von ihren Büchern, ihren Figuren und davon, wie Geschichten entstehen. Natürlich ging es dabei um „Kanak Kids – Halb angepasst und voll dazwischen“, das 2025 für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Preis der Jugendjury nominiert wurde, ebenso wie um „People Pleaser – Eine für alle und alle für sich“, die Anthologie „Girlhood“ und ihr aktuelles Buch „Between the Lines“, den Auftakt der Reihe „Love Off Script“.

Roman oder Drehbuch?

Dass Anna sowohl Romane als auch Drehbücher schreibt, sorgte für viele Fragen.

Was unterscheidet eigentlich einen Roman von einem Drehbuch? Wie erzählt man eine Geschichte, wenn später nicht Leserinnen und Leser die Worte auf einer Buchseite vor sich haben, sondern Schauspielerinnen und Schauspieler, Kamera und Regie daraus Bilder machen sollen?

Anna erklärte, wie unterschiedlich Geschichten für beide Formen gedacht und geschrieben werden und gab den Jugendlichen Einblicke in ihre Arbeit als Drehbuchautorin.

Und dabei gab es eine Nachricht, die natürlich besonders neugierig machte:

„Kanak Kids“ wird verfilmt.

Anna arbeitet derzeit selbst am Drehbuch für die Verfilmung ihres Romans. Damit konnten die Jugendlichen nicht nur mit einer Autorin darüber sprechen, wie aus einer Idee ein Buch entsteht, sondern unmittelbar erfahren, wie aus einem bereits veröffentlichten Roman nun Schritt für Schritt ein Film werden soll.

Entsprechend groß war die Neugier. Es wurde gefragt, nachgehakt und darüber gesprochen, was sich verändert, wenn eine Geschichte vom Buch auf die Leinwand wechselt.

Gerade bei „Between the Lines“ passte das wunderbar, denn auch dort spielt die Filmwelt eine zentrale Rolle: Die Geschichte führt an eine Filmakademie und verbindet Annas Erfahrungen mit dem Drehbuchschreiben mit einer RomCom.

So wurde aus der Lesung schnell viel mehr als eine reine Buchvorstellung: ein Gespräch über Geschichten in ganz unterschiedlichen Formen, über Bücher und Filme, Figuren und Ideen und darüber, wie aus Worten schließlich Bilder werden können.

Ein großes Dankeschön

Ein solcher Vormittag entsteht nicht von allein.

Unser besonderer Dank gilt den Literanauten, deren Unterstützung diese Veranstaltung möglich gemacht hat. Die Literanauten sind ein Peer-to-Peer-Projekts des Dachverbands Jugendliteratur und werden durch das vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die PwC-Stiftung und die Waldemar-Bonsels-Stiftung gefördert.

Ebenso herzlich bedanken wir uns bei der Volkshochschule Altenburg und Herrn Dr. Michael Hein für die großartige Unterstützung und dafür, dass wir die wunderschöne Aula für unsere Veranstaltung nutzen durften.

Und natürlich geht ein großes Dankeschön an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbibliothek Altenburg, die unseren gemeinsamen Vormittag mit vorbereitet, die Jugendlichen durch die Bibliothek begleitet und ihnen gezeigt haben, was es dort alles zu entdecken gibt.

Danke auch an die Schulen, Lehrkräfte und natürlich an die rund 70 Schülerinnen und Schüler, die gefragt, diskutiert, zugehört und sich mit uns auf diesen etwas anderen Vormittag rund ums Lesen und Geschichtenerzählen eingelassen haben.


Und schließlich:

Liebe Anna, vielen Dank, dass du nach Altenburg gekommen bist, von deinen Büchern und deiner Arbeit als Autorin und Drehbuchautorin erzählt, unsere vielen Fragen beantwortet und diesen Vormittag gemeinsam mit uns gestaltet hast.

Wir haben uns sehr über deinen Besuch gefreut!

Für uns Bookoholiker sind genau solche Begegnungen einer der schönsten Teile unseres Leseclubs: Bücher nicht nur zu lesen, sondern die Menschen dahinter kennenzulernen, Fragen zu stellen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Geschichten gemeinsam zu erleben.

Und nach diesem Vormittag steht einmal mehr fest:

Lesen kann ziemlich viel mehr sein, als allein mit einem Buch auf dem Sofa zu sitzen.

Euer Club der anonymen Bookoholiker 

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