Mittwoch, 21. Oktober 2026

Ein spannender Mix aus Crime, Mystery und Romantik

The Vanished Voices


Maike Schmitt

  • Altersempfehlung: ab 16 Jahren
  • ISBN: 978-3-96976-103-8
  • Erscheinungstermin: 14.08.2026
  • Seiten: 432
  • Verlag: Moon Notes

Covertext

Rezension 

Die Geschichte rund um The Vanished Voices von Maike Schmitt spielt in der Küstenstadt Rye, in die es Clio verschlägt, um einer verstorbenen Person in einem Podcast eine Stimme zu geben. Und genau das ist einer der schönsten Aspekte der Geschichte: Clio möchte nicht den Täter in den Mittelpunkt stellen, sondern dem Opfer Gehör verschaffen und dessen Geschichte erzählen. Dabei trifft sie allerdings auf den ehemaligen Polizisten Hudson, der sich mit dieser Herangehensweise zunächst ziemlich schwertut und immer wieder mit Vorurteilen um sich wirft.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir unglaublich leicht. Der Schreibstil war flüssig, sodass ich direkt mitten im Geschehen war. Besonders gut hat mir auch der Aufbau gefallen, denn der Mordfall wurde Stück für Stück und Kapitel für Kapitel rekonstruiert. Das hat für eine angenehme Spannung gesorgt und mich immer tiefer in die Geschichte hineingezogen. Vor allem war ich aber so begeistert, weil das genau die Art von Geschichte ist, die ich liebe: ein bisschen Crime, ein bisschen Mystery und dazu eine ordentliche Portion Liebe.

Wie bereits erwähnt, fand ich es besonders schön, dass das Buch auch die Schattenseiten von True-Crime-Podcasts thematisiert. Oft stehen bei solchen Formaten vor allem die Täter, ihre Hintergründe und ihre Motive im Fokus, während die Opfer und ihre Geschichten in den Hintergrund geraten. The Vanished Voices setzt hier einen anderen Schwerpunkt und regt dazu an, die Perspektive zu wechseln. Gleichzeitig spielen Vorurteile eine große Rolle, die im Laufe der Geschichte hinterfragt und teilweise aufgebrochen werden. Zumindest hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass genau diese Botschaft vermittelt werden sollte.

Auch die Charaktere haben mir gut gefallen. Sie waren für mich lebendig und greifbar gestaltet, und besonders der Found-Family-Trope rund um Clio hat es mir angetan.

Einen kleinen Kritikpunkt hatte ich allerdings bei der Dynamik zwischen Clio und Hudson. Die beiden fühlten sich immer wieder zueinander hingezogen, nur um dann erneut an Hudsons Vorurteilen zu scheitern. Dieses Hin und Her hat sich für mich irgendwann etwas zu oft wiederholt und war deshalb nicht immer ganz nachvollziehbar. Dadurch wurde mir Hudson leider auch ein wenig unsympathisch.

Alles in allem kann ich The Vanished Voices aber empfehlen, besonders wenn ihr True Crime mögt, gerne Geschichten mit Found Family lest und euch dafür interessiert, wie Menschen mit traumatischen Erlebnissen umgehen und ihren Weg zurück ins Leben finden.

Für Euch gelesen, rezensiert und empfohlen

Zeilenflüsterin / @plot.tweety

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