Memories So Golden Like US
Gabriella Santos de Lima (Autor*in)
- Altersempfehlung: ab 16 Jahren
- ISBN: 978-3-7373-7465-1
- Erscheinungstermin: 27.11.2025
- Seiten: 400
- Verlag: Forever
Covertext
Memories So Golden Like Us ist der zweite Teil einer unabhängig lesbaren Dilogie. An dieser Stelle möchte ich vorweg erwähnen, dass sich Teil 1 wirklich in mein Herz eingenistet hat. Ich habe jede Seite der Story geliebt und mich deswegen auch sehr auf Blairs Geschichte – Sams Schwester – gefreut.
Blair, die all ihre Lebensfreude verloren hat. Blair, die nur noch grau sieht. Blair, die von ihren Eltern ans Meer geschickt wird, um ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen – und das ausgerechnet mit dem besten Freund ihres Bruders.
Gabriella hat wirklich eine ganz eigene Schreibmagie, die immer wieder erkennbar ist: sanft, nicht überladen, eher gefühlstragend. Aber gerade bei Blairs Charakter hätte ich mir manchmal noch mehr gewünscht: Mehr Ausbruch, mehr Gefühlsexplosion. Das war mir etwas zu verhalten. Allgemein bin ich auch nicht wirklich mit den Charakteren warm geworden, was so schade war, weil sie eigentlich das verkörpern, was ich an Buchprotagonist*innen liebe: Verletzlichkeit, geformt durch Kanten und Ecken. Eigentlich genau meins, und doch wollte es irgendwie nicht funken. Erst gegen Ende dann.
Vielleicht lag es auch daran, dass ich die Gefühle der beiden nicht wirklich nachvollziehen konnte, mir hat einfach die Nähe gefehlt. Details der Hintergrundgeschichte.
Dabei will ich das Buch gar nicht abwerten, denn Memories So Golden Like Us ist ein bedeutungsstarkes Buch, das der Gesellschaft mal wieder einen Spiegel vorhält, beispielsweise, wie eklig das Internet sein kann, wie schnell wir verurteilt werden, wie Frauen eigentlich nie etwas richtig machen können. Dass Liebe nicht immer perfekt und filmreif ist. Dass der Umgang mit Verlust bei jedem anders aussieht.
Gabriella greift wirklich viele wichtige Themen auf, weshalb ich auch immer so dankbar für ihre Bücher bin, und für die Stimme, die sie nutzt. Nur leider haben mich Blairs und Connors Stimmen diesmal nicht wirklich erreicht.
Und trotzdem empfehle ich das Buch weiter, einfach, weil’s Gabriella ist. Weil es einem die Einsamkeit nimmt, den Gedanken mit etwas allein zu sein. Und einen manchmal auch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt.
Für Euch gelesen, rezensiert und empfohlen
Zeilenflüsterin / @plot.tweety

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