Donnerstag, 20. November 2025

Ein Buch, über das man diskutieren kann, auch wenn man es nicht unbedingt lieben muss

Navola

Paolo Bacigalupi (Autor*in) 

  • Altersempfehlung: ab 18 Jahren
  • ISBN: 978-3-596-71089-8
  • Erscheinungstermin: 24.09.2025
  • Seiten:800
  • Verlag: TOR

Covertext

Der Stadtstaat Navola ist auf Handel gebaut. Die Paläste und Türme sind dem Reichtum ihrer Kaufleute entsprungen. Gehandelt wird mit allem: Gerste und Reis, Flachs und Wolle, Eisen und Silber, Waffen, Armeen und Menschenleben.

Und über allem thront die Bank der di Regulai. Mit List, Gewalt und ihrem unerschöpflichen Vermögen verkörpert sie eine Weltmacht: Kaufleute bitten um ihre Unterstützung, Künstler um ihre Gunst, Fürsten um eine Einladung zu ihrer Tafel. Die di Regulai behaupten zwar, sie seien unpolitisch, aber mit ihrem Reichtum kaufen sie Städte und stürzen Königreiche.

Schon bald soll Davico di Regulai die Macht von seinem Vater übernehmen. Sein Schicksal hängt von zwei Dingen ab. Zum einen von seiner Fähigkeit, das komplizierte Spiel der navolanischen Diplomatie zu spielen. Zum anderen von einem versteinerten Drachenauge, das sich im Besitz der Familie befindet und das weit mehr als nur ein mächtiges Symbol ihrer Macht und ein Talisman ist.

Rezension 

Ich habe Navola – Das Drachenauge gelesen, weil mich das Cover und die Beschreibung sofort an Venedig erinnert haben – nur eben mit Drachen und Magie. Ich liebe solche Settings, bei denen Geschichte und Fantasy aufeinandertreffen. Außerdem klang die Idee spannend, den Sohn eines mächtigen Bankiers als Hauptfigur zu haben.

Die ersten Kapitel haben mir tatsächlich richtig gut gefallen. Die Stadt Navola wirkt durch die vielen Details lebendig – man spürt die Enge der Gassen, riecht das Meer und hört fast das Stimmengewirr der Händler. Auch die Idee, dass Macht hier nicht durch Schwertkämpfe, sondern durch Informationen, Intrigen und Geld bestimmt wird, fand ich originell. Der Autor beschreibt das alles mit einer Sprache, die sehr bildhaft, manchmal fast poetisch ist.

Aber ehrlich gesagt: Es hat sich für mich auch ziemlich gezogen. Auf den ersten 300 Seiten passiert nicht viel außer Verhandlungen, geheimen Treffen und politischen Gesprächen, bei denen ich oft nicht mehr wusste, wer jetzt eigentlich mit wem intrigiert. Ich verstehe, dass das zum Aufbau der Welt dazugehört, aber manchmal war es einfach zu viel Gerede und zu wenig Handlung. Ich hatte gehofft, dass das „Drachenauge“ – also das magische Artefakt – eine größere Rolle spielt, aber es bleibt eher ein Symbol im Hintergrund. Für einen High-Fantasy-Roman hätte ich mir da mehr Magie gewünscht.

Trotzdem ist Navola kein schlechtes Buch. Es hat eine besondere Atmosphäre, die mich an alte Filme über die Renaissance erinnert. Die Figur von Davico, dem jungen Bankierssohn, ist glaubwürdig: Er ist intelligent, aber unsicher, hin- und hergerissen zwischen dem, was sein Vater von ihm erwartet, und dem, was er selbst will. Ich konnte gut nachvollziehen, wie er versucht, in dieser harten Welt seinen eigenen moralischen Kompass zu behalten. Gerade das fand ich spannend. Es gibt eben nicht nur Schwarz oder Weiß, sondern viele Grautöne.

Was mir weniger gefallen hat, waren einige sehr ausführlich geschriebene Szenen, in denen Davico seine „Entdeckungen“ über das andere Geschlecht macht. Ich verstehe, dass der Autor damit zeigen wollte, wie ein Junge erwachsen wird, aber manche Beschreibungen fand ich unnötig detailliert und fast peinlich. Da hätte weniger eindeutig mehr gewesen.

Insgesamt ist Navola ein Buch, das viel Geduld verlangt und belohnt vor allem die, die Spaß an politischen Machtspielen und historischen Welten haben. Wer auf Action, Magiesysteme oder schnelle Wendungen hofft, wird vermutlich enttäuscht. Ich selbst schwanke ein bisschen: Einerseits fand ich das Setting genial und die Idee mit dem Drachenauge faszinierend, andererseits hat mich das ständige Palaver wirklich ermüdet.

Mein Fazit:

Navola – Das Drachenauge ist wie ein riesiges, kunstvolles Mosaik – beeindruckend, aber manchmal verliert man den Überblick über die einzelnen Steine.

Ich würde es eher erwachsenen Fantasy-Fans empfehlen oder Jugendlichen, die historische Romane mit viel Politik mögen. Für mich war es eine interessante, aber anstrengende Lektüre – ein Buch, über das man diskutieren kann, auch wenn man es nicht unbedingt lieben muss.

Für Euch gelesen und rezensiert

Drachyputz

Ein spannender Auftakt mit Potential

Heart of Night and Fire

Nisha J. Tuli (Autor*in) 

  • Altersempfehlung: ab 16 Jahren
  • ISBN: 978-3-426-56084-6
  • Erscheinungstermin: 01.09.2025
  • Seiten: 448
  • Verlag: Knaur TB

Covertext

Zarya weiß, dass sie gefährlich ist: Seit ihrer Kindheit ist sie eine Gefangene, die zum Kämpfen ausgebildet wird, aber unter keinen Umständen ihre Magie einsetzen darf. Nur warum das so ist, weiß sie nicht. Als ihr endlich die Flucht gelingt, landet sie in einer schillernden Stadt aus Marmor, die dem Untergang geweiht scheint. Nacht für Nacht entbrennt vor den Toren der Kampf gegen grausame Dämonen. Zarya schließt sich den Kämpfern an – auch, um deren geheimnisvollem Kommandanten Vikram nahe zu sein. Doch der bluttrinkende Unsterbliche hat seine eigenen Geheimnisse. Und falls er hinter Zaryas kommt, ist sie in tödlicher Gefahr. Was Zarya schließlich über ihre Gefangenschaft und ihre verbotene Magie herausfindet, stellt sie vor eine unmögliche Wahl: ihre Heimat und ihre neu gewonnene Familie den Dämonen zu überlassen – oder die Macht zu entfesseln, die in ihr schlummert, und sich selbst an eine Dunkelheit zu verlieren, die seit Jahrhunderten auf sie gewartet hat.

Rezension 

Omg, also „Heart of Night and Fire“ war echt ein Ritt. 😳 Wir lernen Zarya kennen, die basically ihr ganzes Leben eingesperrt war, weil ihre Magie „zu gefährlich“ ist. Sie trainiert, sie rebelliert, sie träumt von Freiheit und dann haut sie wirklich ab und landet mitten in einer Stadt, die von Dämonen angegriffen wird. Und da trifft sie ihn: Vikram, den geheimnisvollen Kommandanten. Er ist stark, unnahbar und definitiv ein bisschen gefährlich – also klar, dass ich direkt invested war. Aber gleichzeitig gibt es da noch diesen Rabin aus ihren Träumen, der Zaryas Welt komplett zum Wackeln bringt. 👀

Was ich mega fand: das Setting! Diese von indischer Mythologie inspirierte Welt ist so bildhaft beschrieben, dass man das Gefühl hat, direkt dabei zu sein. Tempel, Marmor, Unterwasserpalast – alles richtig atmosphärisch. Auch die Nebenfiguren wie Aarav oder Amrita bringen Spannung und machen die Geschichte abwechslungsreich.

Aber (ja, leider gibt’s ein aber): Zarya selbst hat mich manchmal genervt. Sie ist stark und kämpft für ihre Freiheit, aber oft auch naiv und impulsiv. Ich hoffe echt, dass sie im zweiten Band ein bisschen erwachsener rüberkommt. Und die Lovestory mit Vikram? Mhh, die hab ich null gefühlt. Das wirkte für mich eher gestellt als Slow Burn. Mit Rabin hatte sie dagegen viel mehr Chemistry, finde ich.

Trotz kleiner Schwächen hat mich die Story aber gefesselt, ich bin super gespannt auf die Fortsetzung und will unbedingt wissen, wie es mit Zarya, ihrer Magie und den Boys weitergeht. Ein spannender Auftakt mit Potential und einem richtig schönen Cover obendrauf. 🔥

Für Euch gelesen und rezensiert

Kitty Myst

Thematisch wichtig

Freak City Kathrin Schrocke  (Autor*in)  Altersempfehlung: ab 12 Jahren ISBN:  978-3-95854-247-1 Erscheinungstermin: 16.01.2025 Seiten: 240...