Mittwoch, 10. Juni 2026

Fantasievolle Geschichten mit Tiefgang

Niemandsstadt

Tobias Goldfarb

  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • ISBN: 978-3-7488-0326-3
  • Erscheinungstermin: 27.01.2026
  • Seiten: 368
  • Verlag: Dragonfly

Covertext

Berlin ist eine geteilte Stadt. Auf der einen Seite eine moderne Metropole, auf der anderen Seite eine Welt, in der Regen zurück in den Himmel fällt, Dämonen unter den Gehwegplatten hausen, Häuser ständig verschoben werden und Drachen am Fernsehturm vorbeifliegen. Drüben in der Niemandsstadt ist es gefährlich und unberechenbar, trotzdem fühlt Josefine sich dort wohler als hier. Hier ist sie das verschlossene, ängstliche Mädchen, das wie ein Junge aussieht und von allen nur »Josef« genannt wird. Drüben hat sie eine Aufgabe, die größer ist, als sie zunächst ahnt und von der es abhängt, ob das Träumen noch möglich ist.

Rezension 

Josefine weiß nicht mehr, was real ist und was nicht. Immer wieder findet sie sich plötzlich in der Niemandsstadt wieder, einem geheimnisvollen Ort voller fantastischer Wesen, seltsamer Begegnungen und unendlicher Möglichkeiten. Einen Moment befindet sie sich noch in ihrer gewohnten Welt, im nächsten steht sie mitten in einer Stadt, die sich jeder Logik zu entziehen scheint.

Doch schon bald verändert sich die Niemandsstadt. Häuser flackern, Lichter verschwinden und etwas stimmt ganz offensichtlich nicht. Josefine entdeckt, dass hinter den Ereignissen eine Maschine namens Number One steckt. Ihr Ziel ist es, den Menschen genau das zu nehmen, was sie einzigartig macht: ihre Fähigkeit zu träumen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Elisabeth und begleitet von den geheimnisvollen Wesen in ihrem Kopf macht sich Josefine auf den Weg, die Niemalsstadt zu retten. Dabei beginnt ein spannender Wettlauf gegen die Zeit.

Das Buch hat mir von der ersten Seite an sehr gut gefallen. Die Geschichte besitzt einen ganz besonderen Charme und eine eigene Atmosphäre, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Die Welt der Niemandsstadt wirkt gleichzeitig faszinierend, geheimnisvoll und manchmal auch ein wenig verwirrend. Gerade das macht jedoch einen großen Teil ihres Reizes aus.

Am Anfang hat es etwas gedauert, bis ich die verschiedenen Ebenen der Geschichte und die Zusammenhänge zwischen den Welten verstanden habe. Sobald ich mich jedoch zurechtgefunden hatte, wollte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die Handlung bleibt spannend und überrascht immer wieder mit neuen Ideen.

Besonders gefallen hat mir der Wechsel zwischen den Perspektiven von Josefine und Elisabeth. Dadurch lernt man beide Figuren besser kennen und erlebt die Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Gleichzeitig erzählt das Buch nicht nur ein fantastisches Abenteuer, sondern auch eine berührende Geschichte über Freundschaft, Mut und die Bedeutung von Träumen.

Neben den fantastischen Elementen enthält die Geschichte viele philosophische Gedanken, die auch nach dem Lesen noch beschäftigen. Dadurch hebt sich das Buch von vielen anderen Fantasyromanen ab.

Ich empfehle Niemandsstadt allen, die fantasievolle Geschichten mit Tiefgang mögen und bereit sind, sich auf eine ungewöhnliche Welt einzulassen. Dieses Buch hallt noch lange nach der letzten Seite nach.

Für Euch gelesen, zusammengefasst und empfohlen

Henry Rumbelle

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