- Altersempfehlung: ab 5 Jahren
- ISBN: 978-3407759986
- Erscheinungstermin: 21.08.2025
- Seiten: 56
- Verlag: Beltz & Gelberg
Covertext
Leander möchte Affen malen und lädt sie zu sich ein. Wo Affen
sind, gibt’s Streit. Das hat Leander nicht gewusst. Als plötzlich ein
Kind in der Tür steht, gibt es richtig Stunk! Und Leander mittendrin.
Worüber streiten sie eigentlich?
Ein humorvolles Bilderbuch über
kleine Unterschiede und große Gefühle, über Ausgrenzung und Miteinander –
brillant von Julia Friese und Christian Duda in Szene gesetzt.
Rezension
Manchmal genügt eine kleine Initialzündung, um einen großen Streit auszulösen – vor allem dann, wenn jeder auf seinem Recht beharrt. So geschieht es auch im Buch „Großer Stunk“. Eigentlich beginnt alles ganz harmlos: Leander ist Künstler und möchte Affen malen. Da er sich ein lebendes Modell wünscht, lädt er Affen in sein Atelier ein. Viele verschiedene Arten treffen ein, doch jeder Affe behauptet, der einzig richtige Affe zu sein. Die Diskussionen werden immer wilder, die Tiere kritisieren und beschimpfen einander und geraten beinahe aneinander. Auch Leander kann sie nicht beruhigen.
Da erscheint die kleine Luzi und bringt alles durcheinander. Sie behauptet nämlich, dass auch sie und Leander Affen seien, da sie zur Familie der Menschenaffen gehören. Leander will das überhaupt nicht akzeptieren – und gemeinsam mit den Affen stürzt er das Atelier ins Chaos. Am Ende beruhigt sich die Situation wieder.
Anhand dieses kleinen, quadratischen Hardcover-Bilderbuchs lässt sich mit Kindern gut erörtern, was passiert, wenn man stur auf seinem Standpunkt beharrt und keine anderen Meinungen zulässt. Der Streit zwischen den Affen zeigt, dass Konflikte oft aus absurden oder wenig sinnvollen Gründen entstehen. Zudem wird deutlich, wie schnell man – je nach Argumentation – von der Täter- in die Opferrolle rutschen kann und umgekehrt. Die Eskalationsspirale wird anschaulich dargestellt, ebenso die Emotionen der Beteiligten.
Allerdings wirken die Affen durch ihren Stunk eher unsympathisch, was mir persönlich weniger gut gefällt. Als das Mädchen erscheint, hätte ich mir eine echte Konfliktlösung gewünscht. Stattdessen eskaliert die Situation weiter, da auch Leander die Beherrschung verliert. Eine tatsächliche Klärung des Streits findet nicht statt; die Lage beruhigt sich lediglich, was den Schluss etwas abstrakt erscheinen lässt. Hier wäre das Aufzeigen konkreter Lösungsmöglichkeiten wünschenswert gewesen – vielleicht können diese jedoch im Anschluss gemeinsam mit Kindern erarbeitet werden.
Der Text ist verständlich und beschreibend verfasst, stellenweise werden Informationen zu den Affenarten und ihren Namen eingeflochten. Die schönen, strichartigen und naturnahen Illustrationen von Julia Friese sind ein großer Pluspunkt des Buches und vermitteln einen anschaulichen Eindruck von der Vielfalt der Affen. Auch darüber lässt sich gut sprechen, etwa darüber, ob Vielfalt ein Streitpunkt sein muss oder als Bereicherung akzeptiert werden kann.
Das Buch bietet somit zahlreiche Gesprächsanlässe zum Thema Konflikte und eignet sich für Kinder ab etwa sechs Jahren sowohl im häuslichen als auch im pädagogischen Kontext.

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