Altersempfehlung: ab 8 Jahren- ISBN: 978-3407813923
- Erscheinungstermin: 17.07.2025
- Seiten: 166
- Verlag: Gulliver
Covertext
Rezension
Die schwedische Autorin Frida Nilsson hat mit ihrem Buch „Sommer mit Krähe“ einen lustigen, abenteuerlichen und verrückten Roadtrip für Kinder geschrieben. Dieser führt durch Schweden und hat die schwedisch-norwegische Grenze als Ziel, denn dort vermutet Krähe ihre vor langer Zeit verlorenen Eltern. Das Mädchen Ebba, Krähes beste Freundin, bricht eines sommerlichen Morgens mit dem Vogel auf. Sie haben einen vagen Plan, kein Geld, aber jede Menge Motivation im Gepäck. Über die Tatsache, dass ein Kind eine sprechende Krähe als Freund hat, habe ich mich weniger gewundert als über die waghalsigen Erlebnisse der beiden.
Das Reisen per Anhalter, Draisine oder Floß, die Mitfahrt bei zwielichtigen LKW-Fahrern, das Übernachten auf Parkbänken oder im Luxushotel (mit anschließendem Prellen der Zeche), ein nächtlicher Einbruch ins Restaurant und ein kurzer Trip im Tourbus einer Band sind nur einige der Kuriositäten, die den Lesenden begegnen. Ob Ebba und Krähe ihr Ziel erreichen und Krähes Eltern nach vielen Jahren wiederfinden? Wer Lust auf ein ungewöhnliches, sommerliches Leseabenteuer hat, sollte die beiden Freunde unbedingt durch Schweden begleiten.
Die Geschichte im Taschenbuchformat ist dank eines unkomplizierten, verständlichen Schreibstils und kindgerechter Kapitellängen (ca. 12 Seiten) angenehm zu lesen. Erzählt wird aus Ebbas Sicht, wobei nicht nur die Handlung, sondern auch die Emotionen sehr gut transportiert werden. Von den Charakteren Ebba und Krähe erhält man ein umfassendes Bild, sodass sie dem Lesepublikum schnell ans Herz wachsen. Durch die Reise wird die Intensität ihrer Freundschaft deutlich, die zugleich das zentrale Thema des Buches ist.
Der kindliche Roadtrip ist zwar nicht vollständig realistisch, sondern enthält einige fantastische Elemente (etwa die sprechende Krähe) und zahlreiche skurrile Begegnungen. Auch manche bildhaft beschriebenen Situationen sind pädagogisch möglicherweise fragwürdig (Mitfahren per Anhalter, Einbruch, Hotel ohne Bezahlung verlassen) und sollten gegebenenfalls besprochen werden. Wer sich darauf einlässt, erlebt jedoch ein lustiges und am Ende sehr emotionales Abenteuer zweier besonderer Freunde.
Illustriert wurde die Geschichte mit skizzenartig gestalteten, humorvollen Bildern von Anke Kuhl, die die Erzählung zusätzlich auflockern. Das Buch eignet sich für die Freizeitlektüre oder auch als unterhaltsame Klassenlektüre ab etwa acht bis neun Jahren.

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