Dienstag, 11. November 2025

Für alle kleinen Fans von Gruselfiguren und Halloween

Kuno Klapper

Tina Schilp (Autor*in) 

Vera Kiegeland (Ill.) 


  • Altersempfehlung: ab 8 Jahren
  • ISBN: 978-3570182727
  • Erscheinungstermin: 18.09.2025
  • Seiten: 176
  • Verlag: cbj

Covertext

Kuno Klapper, das kleine Skelett, hat nicht mehr alle Knochen beisammen – seine linke Ferse ist weg! Und das ausgerechnet an seinem 100. Geburtstag, an dem nicht das kleinste Knöchelchen fehlen darf. Er ist wirklich ein Ober-Schussel. Doch dann melden auch andere Skelette Verluste. Geht etwa ein Knochendieb in Torfingen um? Zusammen mit dem geheimnisvollen Zombiemädchen Amy, dem nervigen Jonas und Schattenschurke Valentin beginnt eine abenteuerliche Suche im Reich der Untoten …

Rezension  

Der herbstliche Brauch rund um Halloween ist längst mit allerlei gruseligen Figuren wie Skeletten, Mumien, Zombies, Kürbissen und Hexen bei uns angekommen. Da passt das Kinderbuch „Kuno Klapper hat nicht alle Knochen zusammen“ von Autorin Tina Schilp mit seinem schaurig-frechen Cover thematisch sehr gut in die Jahreszeit.

Die Geschichte ist in zwölf Kapitel unterteilt und erzählt vom Skelett Kuno, das 100 Jahre alt wird und damit endlich als erwachsen gilt. Eine große Zeremonie soll stattfinden, doch ausgerechnet an diesem wichtigen Tag fehlt Kuno ein Knochen. Damit platzt die Veranstaltung, und das ganze Dorf ist enttäuscht. Doch auch anderen Skeletten kommen Knochen abhanden, sodass schnell klar wird: Hier ist ein Knochendieb am Werk!

Zusammen mit seinem Cousin Jonas, den Kuno eigentlich gar nicht gern mag, macht er sich auf die Suche nach dem vermeintlichen Dieb. Dabei lernen sie Amy, ein Zombiemädchen, und ihren Höhlenhund kennen, die ihnen gern beim Detektivspielen helfen. Gemeinsam nehmen sie es mit gefräßigen Kürbissen und kleinen Vampiren auf. Ob sie das Rätsel um die verschwundenen Knochen als Team lösen können?

Zunächst haben mir an dem Buch das farbenfrohe Cover und die niedlichen Illustrationen von Vera Kiegeland gefallen, die sehr gut gelungen sind und die Geschichte passend begleiten. Die gruseligen Zeitgenossen sind eher witzig als schaurig dargestellt, sodass sich Kinder nicht unnötig fürchten müssen. Dazu trägt auch das nahezu menschliche Verhalten der Figuren bei, wodurch sich die kleinen Leser:innen und Zuhörer:innen gut in die Geschichte einfühlen können.

Das Buch ist unterhaltsam, lustig und spannend. An einigen Stellen war es mir etwas zu eklig – zum Beispiel, als dem Ladenbesitzer der Schleim aus allen Poren tropfte oder Kuno und Jonas im Maul des Höhlenhundes landeten. Aber das ist Geschmackssache; mein kleiner Zuhörer war da weniger empfindlich.

Aus meiner Perspektive gibt es allerdings einen großen Kritikpunkt: Der Klappentext wirbt mit einem „locker gesetzten Text“. Ja, der Text ist locker und vermeintlich „cool“ geschrieben – ich finde ihn allerdings stellenweise zu umgangssprachlich und manchmal sogar unpassend. Da es um die alltägliche Sprache und den Ausdruck unserer Kinder und Jugendlichen aktuell nicht zum Besten bestellt ist, sollte ein Kinderbuch hier höhere Maßstäbe setzen und ein Vorbild sein. Formulierungen wie ein häufiges „Verdammt!“ oder „Bist du bescheuert?“ mag ich daher in keinem Kinderbuch gern lesen. Vielleicht kann der oder die Vorlesende an diesen Stellen etwas passendere Formulierungen wählen.

Die Länge der Kapitel eignet sich für selbstlesende Kinder ab etwa acht Jahren; vorgelesen werden kann die Geschichte in Etappen jedoch bereits ab circa sieben Jahren. Insgesamt empfehle ich das Buch allen kleinen Fans von Gruselfiguren und Halloween – sie kommen hier voll auf ihre Kosten. 🎃📖

Für Euch gelesen, zusammengefasst und empfohlen

Brandaktuelle Themen

Arche Boa

Cornelia Boese (Autor*in) 

Stefanie Jeschke (Ill.) 


  • Altersempfehlung: ab 4 Jahren
  • ISBN: 978-3958542310
  • Erscheinungstermin: 23.07.2025
  • Seiten: 72
  • Verlag: mixtvision

Covertext

In Zeiten des Klimawandels und Artensterbens bewerben sich Tausende Tiere bei einer spektakulären Show. Der Gewinn: ein Ticket an Bord des Luxus-Liners »Arche Boa«. Zwölf Tiere treten im großen Finale auf und erzählen, warum ihr Lebensraum und somit ihre Existenz bedroht ist. Als das Publikum am Ende die Entscheidung treffen soll, wer den Sieg und das begehrte QuarTIER auf der Arche erhält, betritt ein dreizehnter Redner die Bühne, der gar nicht eingeladen war - ein Regenwurm. Er macht deutlich, dass es für eine glückliche Zukunft dieses Planeten nicht auf den Erhalt einer einzelnen Art, sondern auf das Zusammenhalten aller ankommt. Die Kinder im Publikum stehen den Showgästen sofort zur Seite und protesTIEREN ...Ein Buch, das in gekonnten Reimen das lebensgefährliche Handeln des Menschen auf den Punkt bringt - dabei aber weder Sprachwitz noch Hoffnungsschimmer vermissen lässt.

Rezension  

Die Arche Noah ist vielen Kindern und Erwachsenen ein Begriff. Jeder kennt die biblische Geschichte des Schiffes, das die Tiere vor der Flut rettete. Diesen Grundgedanken hat die Autorin Cornelia Boese aufgegriffen und in die Neuzeit übertragen. Das Schiff „Arche Boa“ im gleichnamigen Bilderbuch soll nämlich ebenfalls Tiere retten – vor allem aber bedrohte Arten. Das Ganze wird als Show beworben und inszeniert: Alle Tiere dürfen sich mit ihrer Geschichte vorstellen, und ihr Lieblingslied wird gespielt. Danach entscheiden die Zuschauer, welches Tier gewinnt und lebenslang auf der Arche Boa in Sicherheit leben darf.

Zwölf Tiere treten an und präsentieren dem Publikum eindrücklich, warum ausgerechnet sie besonders bedroht sind und mitfahren müssen. Als dann die Entscheidung ansteht, tritt plötzlich ein unscheinbares, kleines Tier auf den Plan und hält eine Rede, die die gesamte Idee umwirft. Warum soll nur ein Tier gerettet werden? Ist es nicht sinnvoller, wenn alle gemeinsam für den Schutz der Arten kämpfen?

Dieses Buch ist ein wunderbares Plädoyer für den Artenschutz und die Verantwortung, die wir gegenüber unserer Welt tragen. Ob Wale, Elefanten, Schwalben, Fledermäuse oder Koalas – all diese wundervollen Lebewesen sind durch den Eingriff des Menschen in ihren Lebensraum und den Klimawandel bedroht und müssen gerettet bzw. geschützt werden. Diese Thematik wird hier ideal für Kinder aufbereitet und eindringlich in Text und Bild vermittelt.

Die Beschreibung des Ist-Zustands der jeweiligen Art erfolgt verständlich und behutsam. Gleichzeitig wird durch die Formulierung der tierischen Wünsche das Bewusstsein für die Bedürfnisse der Tiere geschärft. Da viele Kinder Reime mögen, ist hier die Freude am poetisch gedichteten Text vorprogrammiert – einigen kleinen Zuhörenden fällt sicher selbst der passende Reim ein. So ist gleich auch eine Sprachförderung möglich.

Auch bereits selbst lesende Kinder werden ihren Spaß haben, denn kleine Wortspiele lassen sich im Text entdecken (z. B. QuarTIER oder protesTIERen). Die Illustrationen von Stefanie Jeschke sind in bunten, aber gedeckten Farben gehalten und stellen mit Witz und Leichtigkeit Szenen aus dem Text dar. Diese werden durch die teils großflächigen Bilder passend ergänzt.

Die Arche Boa lädt Kinder ab fünf Jahren ein, sich mit bedrohten Tierarten, deren Lebensumständen und unserer Verantwortung für die Umwelt auseinanderzusetzen. Daher ist das Buch sehr gut für den Einsatz im Vorschulalter sowie in der Grundschule geeignet. Sogar ein kleines Theaterstück mit Kindern in den Rollen der Tiere wäre denkbar.

Ich mag dieses Buch sehr, da es brandaktuelle Themen anspricht, ohne Kinder zu schockieren oder zu überfordern. Die Einbettung in den Charakter eines Wettbewerbs um den begehrten Platz auf der Arche Boa empfinde ich als gelungen, weil dadurch die Ernsthaftigkeit etwas abgemildert wird. Dennoch ist eine sensible Lesebegleitung mit reflektierenden Gesprächen nötig, um die Intention zielgenau zu vermitteln.

Für Euch gelesen, zusammengefasst und empfohlen

Eine gute Portion vorweihnachtlicher Spaß

 Weihnachtsspinnerei

Kai Pannen (Autor*in) 


  • Altersempfehlung: ab 4 Jahren
  • ISBN: 978-3836963381
  • Erscheinungstermin: 01.10.2025
  • Seiten: 102
  • Verlag: Tulipan

Covertext

Wie alles begann – Kreuzspinne Karl-Heinz und Stubenfliege Bisy als Kinder

Während der kleine Karl-Heinz seinen sechs Geschwistern die Weihnachtsplätzchen wegfuttert, hat Einzelkind Bisy die Qual der Wahl zwischen drei Adventskalendern. Die beiden kennen sich da noch nicht, doch sie haben eines gemeinsam: Sie fiebern Heiligabend entgegen. Bis dahin sind aber noch zwei Tage Zeit für jede Menge Spinnerei wie einem todesmutigen Klingelstreich, frechem Plätzchenraub und nervigem Weihnachtsbaumkauf. Und der alles entscheidenden Frage: Gibt es den Weihnachtsmann wirklich? Das Rätsel muss gelöst werden!

Rezension  

Kai Pannen hat bereits acht Geschichten über die Spinne Karl-Heinz und die Stubenfliege Bisy veröffentlicht, darunter auch eine Adventsgeschichte in 24 Kapiteln. Mit der Weihnachtsspinnerei folgt nun eine weitere Weihnachtsgeschichte, über die sich Fans der Reihe sicher freuen werden. Wir begleiten Karl-Heinz und Bisy in ihre Kindheit zurück, als sie sich noch nicht kannten. Deshalb ist das Buch auch als Band 0 gekennzeichnet.

Anders als eine typische Adventsgeschichte ist das Buch nicht in 24 Kapitel unterteilt, sondern in 16. Dadurch ist man beim Lesen bzw. Vorlesen etwas flexibler und gerät nicht gleich in Stress, wenn man einmal einen Tag verpasst. In den einzelnen Kapiteln wird abwechselnd von Karl-Heinz, Bisy und ihren Familien erzählt, die sich alle auf das bevorstehende Weihnachtsfest freuen und allerlei typische adventliche Dinge tun, die auch Kinder aus ihrer eigenen Lebenswelt kennen: Adventskalender werden geplündert, Plätzchen stibitzt, Wünsche aufgeschrieben, Tannenbäume besorgt, Lieder gesungen und neugierig durchs Schlüsselloch gelugt.

Dabei stellen sich sowohl die Spinnen- als auch die Fliegenkinder die Frage: Gibt es den Weihnachtsmann wirklich? Und wie feiern eigentlich Spinnen und Fliegen, die sich ja nicht unbedingt mögen, das Fest? Unabhängig voneinander beschließen Karl-Heinz und Bisy, sich als Weihnachtsmann zu verkleiden und die jeweils andere Familie am Heiligabend mit Geschenken zu überraschen. Dabei begegnen sie sich zum ersten Mal – und als die Spinnen die Fliegengeschenke und die Fliegen die Spinnengeschenke erhalten, ist das weihnachtliche Chaos perfekt.

Die Weihnachtsspinnerei hat alles, was ein Weihnachtsbuch braucht: Viele vertraute Bräuche und Aktivitäten finden auch bei den tierischen Figuren ihren Platz. Kinder werden sich in der vorweihnachtlichen Freude und Ungeduld wiedererkennen, die auch Karl-Heinz und Bisy zeigen. Die Weihnachtswelt der Tiere ist stark an die der Menschen angelehnt, wodurch es leichtfällt, sich in die Geschichte hineinzuversetzen.

Sprachlich ist das Buch witzig und unterhaltsam geschrieben. Die Illustrationen des Autors, die den Text begleiten, sind farbenfroh und humorvoll gestaltet und enthalten viele liebevolle Details. Empfohlen wird das Buch ab 4 Jahren, ich würde es allerdings eher im Vorschulalter, also ab etwa 5 Jahren, ansetzen. Besonders gut eignet es sich auch als tägliches Vorleseritual in der Adventszeit, in Kita oder Grundschule.

Mich persönlich konnte Die Weihnachtsspinnerei nicht ganz überzeugen, da mich die bildliche Darstellung der Figuren weniger angesprochen hat und mir insgesamt ein wenig der weihnachtliche Zauber fehlte. Dennoch bietet das Buch viele fröhliche, kindgerechte Momente und eine gute Portion vorweihnachtlichen Spaß. 🎄🕷️

Für Euch gelesen, zusammengefasst und empfohlen

Vampir-Love-Story

In the Shadows we wait Alessia Gold (Autor*in) Altersempfehlung: ab 16 Jahren ISBN:  978-3-426-56571-1 Erscheinungstermin: 01.10.2025 Seite...