Tina Schilp (Autor*in)
Vera Kiegeland (Ill.)
Altersempfehlung: ab 8 Jahren- ISBN: 978-3570182727
- Erscheinungstermin: 18.09.2025
- Seiten: 176
- Verlag: cbj
Covertext
Rezension
Der herbstliche Brauch rund um Halloween ist längst mit allerlei gruseligen Figuren wie Skeletten, Mumien, Zombies, Kürbissen und Hexen bei uns angekommen. Da passt das Kinderbuch „Kuno Klapper hat nicht alle Knochen zusammen“ von Autorin Tina Schilp mit seinem schaurig-frechen Cover thematisch sehr gut in die Jahreszeit.
Die Geschichte ist in zwölf Kapitel unterteilt und erzählt vom Skelett Kuno, das 100 Jahre alt wird und damit endlich als erwachsen gilt. Eine große Zeremonie soll stattfinden, doch ausgerechnet an diesem wichtigen Tag fehlt Kuno ein Knochen. Damit platzt die Veranstaltung, und das ganze Dorf ist enttäuscht. Doch auch anderen Skeletten kommen Knochen abhanden, sodass schnell klar wird: Hier ist ein Knochendieb am Werk!
Zusammen mit seinem Cousin Jonas, den Kuno eigentlich gar nicht gern mag, macht er sich auf die Suche nach dem vermeintlichen Dieb. Dabei lernen sie Amy, ein Zombiemädchen, und ihren Höhlenhund kennen, die ihnen gern beim Detektivspielen helfen. Gemeinsam nehmen sie es mit gefräßigen Kürbissen und kleinen Vampiren auf. Ob sie das Rätsel um die verschwundenen Knochen als Team lösen können?
Zunächst haben mir an dem Buch das farbenfrohe Cover und die niedlichen Illustrationen von Vera Kiegeland gefallen, die sehr gut gelungen sind und die Geschichte passend begleiten. Die gruseligen Zeitgenossen sind eher witzig als schaurig dargestellt, sodass sich Kinder nicht unnötig fürchten müssen. Dazu trägt auch das nahezu menschliche Verhalten der Figuren bei, wodurch sich die kleinen Leser:innen und Zuhörer:innen gut in die Geschichte einfühlen können.
Das Buch ist unterhaltsam, lustig und spannend. An einigen Stellen war es mir etwas zu eklig – zum Beispiel, als dem Ladenbesitzer der Schleim aus allen Poren tropfte oder Kuno und Jonas im Maul des Höhlenhundes landeten. Aber das ist Geschmackssache; mein kleiner Zuhörer war da weniger empfindlich.
Aus meiner Perspektive gibt es allerdings einen großen Kritikpunkt: Der Klappentext wirbt mit einem „locker gesetzten Text“. Ja, der Text ist locker und vermeintlich „cool“ geschrieben – ich finde ihn allerdings stellenweise zu umgangssprachlich und manchmal sogar unpassend. Da es um die alltägliche Sprache und den Ausdruck unserer Kinder und Jugendlichen aktuell nicht zum Besten bestellt ist, sollte ein Kinderbuch hier höhere Maßstäbe setzen und ein Vorbild sein. Formulierungen wie ein häufiges „Verdammt!“ oder „Bist du bescheuert?“ mag ich daher in keinem Kinderbuch gern lesen. Vielleicht kann der oder die Vorlesende an diesen Stellen etwas passendere Formulierungen wählen.
Die Länge der Kapitel eignet sich für selbstlesende Kinder ab etwa acht Jahren; vorgelesen werden kann die Geschichte in Etappen jedoch bereits ab circa sieben Jahren. Insgesamt empfehle ich das Buch allen kleinen Fans von Gruselfiguren und Halloween – sie kommen hier voll auf ihre Kosten. 🎃📖
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