(Autor*in)
- Altersempfehlung: ab 14 Jahren
- ISBN: 978-3-03880-097-2
- Erscheinungstermin: 12.03.2025
- Seiten: 400
- Verlag: Arctis
Covertext
Das Buch „People Pleaser“ von Anna Dimitrova erzählt die Geschichte von Nina, Teo, Aleks und Finn … vier sehr unterschiedlichen, aber unglaublich authentischen und charmanten Charakteren, die alle ihre eigenen Probleme mit sich herumtragen.
Das Buch wird aus zwei Perspektiven erzählt: aus Ninas und aus Aleks’ Sicht. Am Anfang dachte ich ehrlich, es läuft auf eine typische Liebesgeschichte zwischen den beiden hinaus, aber genau das passiert nicht. Stattdessen entwickeln sich mehrere Beziehungen – sowohl freundschaftliche als auch romantische.
Im Mittelpunkt steht Nina, die People-Pleaserin. Sie ist unfassbar schlagfertig, wortgewandt, schlau und einfach charmant. Zum ersten Mal hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, dass das „freche Mädchen“ einfach nur schnippisch ist, sondern wirklich clever, lustig und sympathisch. Ihre Dialoge machen Spaß, ihre Art zu denken und auf Kommentare anderer zu antworten, ist einfach fabulös … ihre Kapitel waren für mich mit am schönsten zu lesen.
Es gibt in dieser Geschichte viele Handlungsstränge, aber im Groben geht es darum, dass Nina zur Therapie geht ... allerdings nicht für sich selbst, sondern um anderen zu helfen. Sie versucht schon seit Langem, Teo irgendwie „zu reparieren“, die sich stark verändert hat und immer mehr Probleme macht, ohne zu merken, dass sie sich dabei selbst verliert und die Beziehung zu ihrer besten Freundin gefährdet. Dann kommt auch noch der Frauenheld und Pumper Aleks dazu, der sitzengeblieben ist und das Abi wiederholt. Und ausgerechnet die beiden fangen dann an, miteinander auszugehen. Nina „muss“ sich jetzt auch noch um Aleks kümmern und ihn „fixen“, damit er gut genug für Teo ist. Das führt zu vielen Konflikten und zeigt ziemlich gut, wie schnell aus Fürsorge und nicht erfragter Hilfe Überforderung und Missverständnisse werden können.
Was das Buch für mich besonders macht, sind die Themen, auf denen die Handlung aufbaut … die Hintergründe der Charaktere. Nina übernimmt viel zu viel Verantwortung und definiert sich stark darüber. Auch die anderen Charaktere tragen ihre eigenen Probleme mit sich, die nach und nach sichtbar werden. Es geht viel um Vergangenheit, Selbstwert und den Druck, bestimmten Erwartungen gerecht zu werden – sowohl in der Familie als auch im eigenen Umfeld. Das sind viele wichtige Themen, konzentriert in einem Buch, aber trotzdem hat Anna Dimitrova es geschafft, dass es nicht überladen wirkt und jedem Problem mit viel Humor, aber auch Sensibilität auf den Grund gegangen wird.
Die Dynamik zwischen den Charakteren ist sehr gut dargestellt. Ihre Probleme verweben sich miteinander und ergeben eine schöne, flüssige und schnell zu lesende Geschichte über Freundschaft und Selbstliebe. Nebenbei greift das Buch auch gesellschaftliche Themen wie unterschiedliche Familienkonstellationen und Lebensrealitäten auf: alleinerziehende und homosexuelle Eltern, Familien mit Migrationshintergrund und ein sehr klassisches Rollenbild.
Der Schreibstil ist wirklich einer der größten Pluspunkte. Die Jugendsprache wirkt überhaupt nicht gezwungen, aufgesetzt oder merkwürdig, sondern einfach echt. Dadurch liest sich das Buch sehr flüssig. Ich war auch überraschend schnell durch, obwohl ich sonst nicht so schnell lese.
Insgesamt ein sehr ehrliches, emotionales und gleichzeitig leicht zu lesendes Buch, das zeigt, wie kompliziert zwischenmenschliche Beziehungen sein können und wie wichtig es ist, sich selbst dabei nicht zu verlieren.
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Luzifer Reads

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