- Altersempfehlung: ab 16 Jahren
- ISBN: 978-3-492-70669-8
- Erscheinungstermin: 28.11.2025
- Seiten: 448
- Verlag: Piper
Covertext
Die Geschichte handelt von einem „Todes-Callcenter“ (Death Call), in dem Mitarbeitende über Leben und Tod entscheiden.
Eine Welt, in der der Tod am Telefon sitzt Stell dir vor, das Ende deines Lebens wird nicht durch das Schicksal oder das Alter bestimmt, sondern durch einen Anruf aus einem Call-Center. Es ist das Jahr 2096. Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Die Erde ist völlig überfüllt von Menschen, die Luft ist voller Smog und giftiger Säureregen peitscht gegen die Häuserwände und verätzt deine Kleidung und dich selbst. Um das Überleben der Menschheit irgendwie zu sichern, wurde das System der „Stufen“ eingeführt. Wer oben lebt, hat alles; wer unten lebt, kämpft täglich um sauberes Wasser und ein bisschen Nahrung.
Das Herzstück dieser grausamen neuen Welt ist der „Death Call“. Hier arbeiten Menschen im Auftrag des Todes und entscheiden per Knopfdruck, wessen Zeit abgelaufen ist. Es ist die reinste Hölle, in der Menschenleben nur Nummern in einer Datenbank sind. Diese originelle Mischung aus moderner Technik und düsterer Fantasy macht das Buch von der ersten Seite an unglaublich packend.
Die Heldin
Im Mittelpunkt steht Blue. Sie lebt in der armen Stufe 3 und versucht einfach nur, den Kopf über Wasser zu halten. Ihr Leben ändert sich schlagartig, als sie erfährt, dass sie bald sterben soll. Auf einer Party lernt sie Creek kennen, der für den Tod arbeitet. Er macht ihr ein Angebot: Sie kann als Agentin im Call-Center arbeiten.
Hier beginnt der spannendste Teil des Buches. Blue ist keine perfekte Heldin, sondern eine junge Frau mit echten Ängsten. Sie will überleben und ihrer Freundin Iris ein besseres Leben ermöglichen. Aber der Preis dafür ist hoch: Um selbst zu leben, muss sie andere zum Tode verurteilen. Beim lesen des Buches ist Blues Verzweiflung und moralischen Zweifel sind greifbar. Man fragt sich unweigerlich selbst: Was würde ich tun, um zu überleben?
Was dieses Buch von vielen anderen Jugendbüchern unterscheidet, ist der Fokus. Oft steht in solchen Geschichten eine Liebesgeschichte im Vordergrund. Justine Pust geht einen anderen Weg. Es geht weniger um Herzschmerz und Romantik, sondern um das nackte Überleben in einer kaputten Welt.
Die Autorin beschreibt in diesem Buch wunderbar die beklemmende Athmosphäre, den Dreck, Gestank und die ständige Dunkelheit durch den Smog, der über den untersten Stufen herrscht. Trotzdem verliert das Buch nie seinen Schwung. Der Schreibstil ist direkt, flüssig und verzichtet auf komplizierte Verschachtelungen, was das Lesen sehr angenehm macht.
Warum man dieses Buch lesen sollte
Whispers of Destiny ist mehr als nur eine spannende Geschichte. Es ist eine Kritik an Systemen, die den Wert eines Menschen nur nach seiner Nützlichkeit bemessen. Man hofft inständig, dass es in der Realität nie dazu kommt. Das Buch ist unvorhersehbar und bietet viele Wendungen, mit denen man nicht rechnet.
Nicht immer muss Fantasy aus Drachen und Zauberern bestehen. Manchmal sind die menschliche Bürokratie und der technische Fortschritt viel gruseliger als jedes Monster

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen