Sonntag, 13. April 2025

Ein Buch über die Natur und das Leben

Groß werden

Charles Berberian(Autor*in)

  • Altersempfehlung: ab 4 Jahren
  • ISBN: 978-3-848902415
  • Erscheinungstermin: 21.02.2025
  • Seiten: 32
  • Verlag: Aladin

Covertext

In „Groß werden“ begleiten wir einen Jungen und seine Mutter auf ihrer Entdeckungsreise durch den Wald, wo sie in Erinnerung an den verstorbenen Großvater gemeinsam einen Baum pflanzen. Dieses einfühlsame Bilderbuch fängt die Schönheit und den Fluss des Lebens ein und lädt dazu ein, über die tiefe Verbundenheit zwischen Mensch und Natur nachzudenken. Der einfache, aber bedeutungsvolle Dialog zwischen Mutter und Sohn und die harmonischen Illustrationen machen „Groß werden“ zu einem einzigartigen Vorleseerlebnis, das emotional und visuell berührt.

Rezension  

Oft sind es Kinder, die in ihrer Unbefangenheit die wichtigen Fragen des Lebens stellen und in ihrem Verlangen nach Antworten Erwachsene über scheinbare Selbstverständlichkeiten zum Nachdenken anregen. In diesem Bilderbuch von Charles Berberian wurde dieses Phänomen auf wunderbare Weise bearbeitet. Ein kleiner Junge geht mit seiner Mutter und dem Hund in den Wald. Die Mutter trägt einen jungen Baum bei sich. Während die beiden immer tiefer in den Wald laufen, entwickelt sich zwischen beiden ein authentischer, einfacher Dialog mit Tiefgang. Der
Junge fragt, ob Bäume heiraten, wie sie sich vermehren, ob sie zur Schule gehen müssen und wie alt eigentlich ein Baum wird. Die Antworten darauf spiegeln den Kreislauf des Lebens wieder und lassen Parallelen zum menschlichen Leben und Wachsen erkennen bzw. ableiten. 
 
Durch die Gesprächsimpulse des Jungen wird zunächst nicht die Schwere des Waldspaziergangs deutlich, denn die Mutter unternimmt diesen, um für den verstorbenen Opa einen Baum zu pflanzen. Als sie dies dann schließlich tut, lockert auch hier der Sohn die Situation unbewusst auf und verleiht ihr eine gewisse Leichtigkeit. Mit diesem kindlichen Blick auf die Welt, die Natur und das Leben sowie dem beinahe nebenbei erwähnten Verlust des Großvaters schafft es Charles Berberian, einige große Themen des Daseins kindgemäß verpackt zu bearbeiten. Das großformatige Buch ist wunderschön illustriert, wobei zwei unterschiedliche Gestaltungsvarianten gewählt wurden.

Einerseits entdecken die Betrachter ganzseitige, vor allem intensiv grüne, aquarellähnliche Zeichnungen, bei denen einige Konturen schwarz intensiviert wurden. Andererseits beinhaltet das Buch weiße Seiten, auf welchen das Geschehen mit schwarz skizziert wurde. Dadurch ergibt sich ein guter Kontrast zu den farbigen Illustrationen. 
 
Die Dialoge werden in Form von Sprechblasen dargestellt, einen ergänzenden Erzähltext gibt es nicht. Das Buch lebt von den anmutigen Bildern, die zum genauen Betrachten einladen und durch ihre Farbgebung sowie die weichen Konturen beruhigend wirken. Insgesamt ist es ein sehr harmonisches Buch, welches sich nicht allein für Kinder eignet, sondern sicher auch Erwachsene begeistern kann. 
 
Ich empfehle das begleitende Lesen ab fünf Jahren, da ich Bedenken habe, dass die Kinder ohne zusätzliche Erklärungen den Inhalt gänzlich nachvollziehen können. Auch fehlt bestimmt manchem Kind ein wenig Spannung, so dass es eher ein künstlerisch-philosophisches anstatt ein unterhaltendes Buch ist. Dennoch gefällt es mir sehr gut und ist für Liebhaber solcher Bücher auf alle Fälle zu empfehlen.
Für Euch gelesen, zusammengefasst und empfohlen

Dr. Jekyll

Samstag, 12. April 2025

LBM 2025 zu Gast bei Ueberreuter

 Ueberreuter Verlage

📍 In Halle 3 am Stand B204 lud Ueberreuter mit seinem neuen Verlagsprogramm zum Stöbern in spannenden Büchern ein. 📚✨

Dr. Gunde Dorner, Kommunikationsleiterin der Ueberreuter Verlags GmbH, hat sich
mitten im Messegewimmel viel Zeit für uns genommen und geduldig unsere Fragen beantwortet. Dabei gab sie uns einen kleinen Einblick hinter die Verlagskulissen sowie in die Buchkollektion für den kommenden Herbst. 🍂📖

Habt ihr den tollen Stand besucht? Dort waren auch zahlreiche Autor*innen zum Signieren ihrer Bücher vor Ort – 😍 zum Beispiel Christian Handel! Sein aktuelles Werk „Beneath the Ivy. The Witches of Silvercrest Coven“ ist mega spannend und hat uns super gefallen. 🧙‍♀️🌿

Der Ueberreuter Verlag ist ein bekannter Kinder- und Jugendbuchverlag mit Standorten in Berlin und Wien. Seit 2014 gehört er zur G&G Verlagsgruppe, die damit den größten Kinderbuchverlag Österreichs und den größten Kinder- & Jugendbuchverlag Berlins vereint. 🇦🇹🇩🇪


Im Berliner Szeneviertel Kreuzberg – in der Ritterstraße 🏙️ – entstehen spannende Geschichten für junge Leser*innen von 6 bis 14 Jahren. Das Programm reicht von Abenteuern über Krimis bis hin zu Fantasy – mit bekannten Reihen wie LasseMaja und Büchern von beliebten Autorinnen und Autoren wie Andrea Schütze oder Sharon M. Draper. 🔍✨

Auch ernste Themen kommen nicht zu kurz – und für Fantasy-Fans gibt’s ein echtes Highlight: den Wolfgang-Hohlbein-Preis, benannt nach einem der erfolgreichsten Fantasy-Autoren Deutschlands. 🏆 Mit 10.000 Euro Preisgeld ist das der größte Preis seiner Art – und wurde von Ueberreuter ins Leben gerufen! 💸📚

Wir stellen euch die Programmbereiche mit je einem aktuellen Werk vor

📘 Annette Betz Bilderbuch

„Der Feuervogel. Das Märchenballett nach Igor Strawinsky“ von Heinz Janisch, illustriert von Birgit Antoni 🎨🦚

📗 Ueberreuter Kinderbuch

„FC Stinkesocke. Glücksbringer wäscht man nicht“ von Oliver Schlick, illustriert von Julia Christians ⚽🧦

📕 Ueberreuter Jugendbuch

„Beneath the Ivy – The Witches of Silvercrest Coven“ von Christian Handel 🌙🔮

📙 Edition NILPFERD

„Herr Fuchs mag Poesie“ von Franziska Biermann 🦊📝

Unser Interview mit Dr. Gunde Dorner, Kommunikationsleiterin der Ueberreuter Verlags GmbH, für euch:


Über den Verlag


Q: Wie wird entschieden, welche Jugendbücher veröffentlicht werden?

A:
Meistens ist es so, dass meine Kolleginnen aus dem Lektorat mit Literaturagenturen zusammenarbeiten, die unser Programm gut kennen und wissen, was bei uns veröffentlicht wird. Wir machen viel im Bereich Fantasy, aber auch realistische Jugendromane von deutschsprachigen Autor*innen. Die Agenturen schlagen uns dann Manuskripte vor. Wenn das Lektorat den Eindruck hat, dass ein Text gut ins Programm passt und qualitativ hochwertig ist, kommt das Manuskript in die sogenannte Plankonferenz.

In dieser Konferenz sitzen Kolleg*innen aus der Produktion, dem Vertrieb und dem Lektorat – gemeinsam entscheiden wir dann aus unseren jeweiligen Perspektiven, ob das ein passender Titel für unseren Verlag sein könnte. Wenn zum Beispiel die Presse sagt: "Das lässt sich gut vermarkten", der Vertrieb sagt: "Das verkauft sich bestimmt gut", und das Lektorat überzeugt ist: "Das ist ein toller Text, der unsere Zielgruppe abholt", dann nehmen wir das Buch ins Programm auf.


Q: Welche Themen sind gerade besonders angesagt?
A:
Zurzeit haben wir sehr viel Fantasy im Programm, weil wir merken, dass das von den Zielgruppen gern gelesen wird. Daneben gibt es auch ein bisschen Cosy Crime – das sind Krimis, die nie ganz hart sind, sondern angenehm und spannend zu lesen. Außerdem bringen wir immer wieder realistische Kinder- und Jugendbücher heraus, in denen es um Themen geht, die junge Menschen bewegen. Zum Beispiel Mobbing – oder zuletzt das Thema einer Geiselnahme.
Also unsere Schwerpunkte: Fantasy, Cosy Crime und Realistisches aus dem Leben.


Q: Gibt es ein Buch aus eurem Verlag, das du selbst als Teenager geliebt hättest?



A:
Ja, ich hätte bestimmt gern ein Buch von Andreas Langer gelesen. Er hat im vorigen Jahr Schneekinder veröffentlicht – ein Buch ab etwa 11 oder 12 Jahren. Der Schauplatz erinnert ein bisschen an Island, und es geht um eine Gruppe junger Menschen, die vor einem Vulkanausbruch fliehen. Ihre Reise durch die eisige Schneelandschaft ist sehr spannend, und es geht darum, wie sie nur gemeinsam überleben können. Das hätte ich mir, glaube ich, auch als Teenagerin ausgesucht.


Über den Job im Verlag


Q: Wie kommt man dazu, in einem Verlag zu arbeiten?

A:
Es gibt viele Wege. Ich kann dir erzählen, wie es bei mir war: Ich habe Germanistik und Publizistik studiert und dann noch promoviert – währenddessen habe ich schon in einem Verlag gearbeitet. Mich hat die Kombination aus Literatur und Medienarbeit total gereizt. Nach dem Studium war ich lange in einem Verlag in Wien, und jetzt bin ich schon seit vielen Jahren bei Ueberreuter in Berlin.


Q: Was ist das Coolste und was das Nervigste an eurem Job?
A:
Das Coolste ist, dass ich mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammenarbeite: mit Leserinnen, Journalistinnen, Autorinnen, Illustratorinnen und Veranstaltungsleuten.
Das Nervigste… (lacht) – du merkst schon, ich muss länger überlegen – wahrscheinlich die Ablage. Wenn ich Sachen abheften muss oder es um administrative Dinge geht, das mag ich nicht besonders.


Q: Darf man in einem Verlag selbst Bücher schreiben – oder geht das nicht?
A:
Ich glaube, wenn jemand im Verlag arbeitet, gut schreibt und ein Manuskript hat, das ins Verlagsprogramm passt, spricht nichts dagegen. Viele unserer Autorinnen haben neben dem Schreiben auch einen anderen Beruf – sie sind zum Beispiel Lehrerinnen oder arbeiten mit Jugendlichen. Da wäre Verlagsarbeit kein Hindernis.


Über neue Bücher

Q: Welche neuen Jugendbücher erscheinen bald – und worauf freut ihr euch besonders?



A:
Im Herbst erscheint ein großartiges Jugendbuch – eine Übersetzung aus Korea: Der Regenzaubermarkt. Es geht um ein Mädchen, das unter schwierigen Bedingungen lebt: eine kleine Wohnung, der Vater ist gestorben, ihre Mutter arbeitet als Abwäscherin – sie lebt in Armut.
Einmal im Jahr, zur Regenzeit, taucht ein magischer Regenzaubermarkt auf. Wer eine Einladung erhält, kann dort sein Unglück gegen neues Glück eintauschen. Das Mädchen macht sich auf die Suche nach ihrem Glück.
Der Text hat sich in Korea sehr gut verkauft und wurde bereits in 18 Sprachen übersetzt. Ich bin sehr gespannt, wie er hier ankommt.

Außerdem gibt es etwas Neues von Saskia Louis: How to Fight Fate. Das ist klassische Fantasy, eine Dilogie – also zwei Bände. Der erste erscheint jetzt im Herbst, der zweite im Frühjahr 2026. Die große Frage darin: Was wiegt mehr – das Schicksal oder die wahre Liebe? Das sind unsere zwei großen Highlights.



Q: Gibt es in der Buchwelt auch Trends wie in Mode oder Musik?

A:
Ja, definitiv. Zum Beispiel ist Literatur aus Asien gerade sehr im Trend – das beobachten wir auch in der Erwachsenenliteratur. Außerdem gibt es einen klaren Trend zu Büchern, die junge Menschen nicht nur unterhalten, sondern auch stärken. Themen, die Selbstbewusstsein fördern, sind gerade sehr gefragt.


Q: Wie findet ihr neue Autorinnen und Autoren?
A:
Ueberreuter ist ein Autorenverlag – das heißt, wir bauen junge Autorinnen auf und arbeiten langfristig mit ihnen. Neue Erzähltalente finden meist über Literaturagenturen zu uns.
Unsere Lektoratskolleg
innen sind außerdem auf vielen Buchmessen unterwegs – in Frankfurt, Leipzig und demnächst auch in Bologna. Dort entdecken wir neue Autor*innen und treffen auch ausländische Verlage. Wenn wir einen tollen Text aus Italien oder Korea finden, kaufen wir Lizenzen, um das Buch hier auf Deutsch zu veröffentlichen.


Über Bücher und Lesen

Q: Was macht ein Jugendbuch richtig gut?
A:
Eine spannende, gut erzählte Geschichte mit überzeugenden Charakteren – und ein Thema, das Jugendliche wirklich betrifft oder berührt.


Q: Gibt es bestimmte Sachen, die gar nicht mehr in Büchern funktionieren?



A:
Da wäre meine Kollegin aus dem Lektorat wahrscheinlich die bessere Ansprechpartnerin. Aber was bei uns gar nicht geht, sind Bücher, die keine Vielfalt zeigen – sei es kulturell oder religiös. Ein Buch, das keine Diversität zulässt, würde bei uns nicht veröffentlicht.


Q: Warum werden manche Bücher verfilmt – und andere nicht?
A:
Gute Frage. Nicht jede Geschichte eignet sich für einen Film. Gerade ist ein Film über Das kleine böse Buch in Planung.
Es braucht jemanden, der beurteilen kann, ob sich ein Buch gut als Drehbuch umsetzen lässt: Ist es realistisch darstellbar? Wie viele Schauspieler*innen bräuchte man? Muss viel animiert werden? Und letztlich geht’s – leider – auch ums Budget.


Über die Zukunft von Büchern


Q: Lesen Jugendliche heute wirklich weniger als früher?

A:
Ich glaube, sie lesen einfach anders. Sie informieren sich über andere Kanäle – früher gab es Empfehlungen in Buchhandlungen oder von den Eltern, heute läuft das eher über Instagram oder TikTok. Jugendliche, die gerne lesen, geben sich dort gegenseitig Tipps. Die Themen haben sich verändert, aber ich glaube nicht, dass sie weniger lesen.
Unsere Aufgabe als Kinderbuchverlag ist es, Kinder von Anfang an fürs Lesen zu begeistern.


Q: Wird Künstliche Intelligenz irgendwann Bücher schreiben?
A:
Bei uns mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. KI ist natürlich ein wichtiges Thema – und eines, dem sich Verlage nicht verschließen dürfen. Aber wir legen großen Wert darauf, dass unsere Inhalte von Menschen gemacht sind: Texte von Autorinnen, Illustrationen von Künstlerinnen.
Ob KI irgendwann eine größere Rolle spielt, kann ich nicht sagen – aber aktuell versichern wir uns bei unseren Autor*innen, dass keine KI-Inhalte eingereicht werden. Es ist auf jeden Fall ein spannendes Feld.



Q: Wie wichtig ist Social Media für den Erfolg eines Buches?
A:
Kommt auf das Buch an – aber im Jugend- und Fantasybereich ist es sehr wichtig. Die Leserinnen informieren sich stark über Social Media und tauschen sich dort aus. Wir haben eine eigene Social-Media-Abteilung, und wir merken, dass Bloggerboxen oder besondere Kampagnen mit Influencerinnen sehr gut ankommen. Menschen ab 12, 14 oder 15 Jahren erreichen wir dort direkt – das funktioniert wirklich gut.


Vielen lieben Dank an Dr. Gunde Dorner für die Zeit und die ausführlichen Einblicke. Es hat großen Spaß gemacht – und wir freuen uns jetzt schon auf viele tolle Leseabenteuer mit den Büchern von Ueberreuter!


Euer Club der anonymen Bookoholiker

Eine berührende Second-Chance-Romance über Liebe, Familie, gesellschaftliche Erwartungen und leise Emotionen

Funkenstille Kyra Groh  (Autor*in) Altersempfehlung: ab 16 Jahren ISBN: 978-3-7432-1546-7 Erscheinungstermin: 12.02.2025 Seiten: 464 Verlag...