Altersempfehlung: ab 10 Jahren- ISBN: 978-3423765930
- Erscheinungstermin: 13.11.2025
- Seiten: 224
- Verlag: dtv
Covertext
Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg hat Millionen Menschen geprägt und wirkt in vielen Familien bis heute nach. Kinder interessieren sich für die Zeit, über die ihre Großeltern und Urgroßeltern erzählen. Dieses Buch lässt die, für die Entwicklungen in Deutschland und Europa so wichtige, Nachkriegszeit lebendig und greifbar werden. Sieben Mädchen und Jungen erzählen von ihren Erlebnissen während der Jahre 1945 bis 1954, von Flucht und Vertreibung, von Hunger und Kälte, von Wohnungsnot und Kohlenklau, von den Hamsterfahrten der Mutter und dem Verlust des Vaters, von Schwarzmärkten und Zigaretten als Zahlungsmittel, von der Luftbrücke und der Fußballweltmeisterschaft.
Rezension
Die angemessene Aufbereitung historischer Ereignisse, die für Kinder schwer greifbar sind und aus erwachsener Perspektive betrachtet sogar verstörend wirken können, ist keine einfache Aufgabe. Der Autor Frank Schwieger hat sich dieser Herausforderung bereits mehrfach gestellt, unter anderem bei der Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus. In seinem neuen Buch „Trümmerkinder“ beleuchtet er nun die Epoche nach dem Zweiten Weltkrieg im Zeitraum von 1945 bis 1954.
Thematisiert werden unter anderem das unmittelbare Kriegsende, die Befreiung vom Nationalsozialismus, Flucht und Vertreibung, die unterschiedlichen Besatzungszonen, die Berliner Luftbrücke, die Aufstände von 1953 in der DDR sowie das Wunder von Bern. Die Leserinnen und Leser lernen sieben Kinder unterschiedlichen Alters aus verschiedenen Teilen Deutschlands kennen und erfahren, wie diese die Nachkriegszeit erlebt haben. Es handelt sich dabei um fiktive Geschichten, die jedoch eng an die historischen Geschehnisse angelehnt sind.
Die Kinder werden zu Beginn jeder Geschichte steckbriefartig vorgestellt, bevor sie aus der Ich-Perspektive von ihren Lebensumständen und Erfahrungen berichten. Der Schwerpunkt liegt klar auf dem Text; Illustrationen sind sparsam eingesetzt. Zu jeder Geschichte gehört jedoch ein ganzseitiges Bild, das eine besonders prägnante Szene visualisiert. Die Illustrationen von Friederike Ablang sind überwiegend in Schwarz-Weiß- und Grautönen mit roten Akzenten gehalten, wirken meist freundlich und sprechen Kinder an.
Im Anschluss an jede Erzählung findet sich eine zweiseitige Sachinformation zum jeweiligen historischen Schwerpunkt, der nochmals verständlich erläutert und mit Fotografien ergänzt wird. Insgesamt sind die Texte sehr gelungen, da Ereignisse und Erlebnisse sachlich dargestellt und nicht unnötig emotionalisiert werden. Aufgrund der Länge der Kapitel sowie der behandelten Themen wie Hunger, Flucht, Tod und Verlust – selbstverständlich altersgerecht formuliert – würde ich das Buch für Kinder ab etwa zehn Jahren empfehlen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, und es weckte bei vielen Kindern großes Interesse. Frank Schwieger gelingt es erneut, die traumatischen Ereignisse der Nachkriegszeit sensibel und kindgerecht aufzubereiten. Das Buch eignet sich sowohl für das Lesen zu Hause als auch für den Einsatz im pädagogischen Kontext, um diese Epoche, die Kindern häufig nur aus Erzählungen älterer Generationen bekannt ist, verständlich zu vermitteln. Ergänzend bietet der dtv Verlag umfangreiches, kostenfreies Unterrichtsmaterial zur weiteren Arbeit mit dem Buch an.
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